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Wir wollen euch die Möglichkeit geben Hochschulpolitik besser verstehen zu können. Es gibt viele Begriffe und Abkürzungen die wir nicht alle kennen – wir wollen euch dabei helfen einen Überblick über die studentische und akademische Selbstverwaltung zu erlangen:

studentische und akamdemische SelbstverwaltungNäheres zur Akademischen Selbstverwaltung gibts hier. Infos über das Studierendenparlament und den AStA. Und hier, was FSRe sind oder der Hochschulrat.

Ein entscheidendes Merkmal der Uni ist ihre Selbstverwaltung in Form demokratischer Strukturen. Diese sind Ergebnis von zahlreichen Auseinandersetzungen und auch keinesfalls feststehend, sondern stets im Wandel. Aktuell gibt es mit der Novellierung des hamburgischen Hochschul- gesetzes (HmbHG) die Möglichkeit sich für eine erneute (Re-)Demokratisierung der Strukturen einzusetzen und mit der aufgeworfenen Aufsplittung zweier Fakultäten ist erneut wissenschaftliche Kooperation und Interdisziplinarität der Uni als Volluniversität in Frage gestellt.

Entscheidender Anstoß für die demokratische Organisation von Hochschulen kam in den 60er Jahren von Studierenden. Sie setzten der professoral dominierten hierarchischen Ordinarienuni die Vorstellung einer demokratisch organisierten Gruppenuniversität entgegen, in der alle Mitgliedergruppen, also auch Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter*Innen und Verwaltungspersonal kooperativ auf Augenhöhe Wissenschaft betreiben und entsprechend alle Entscheidungen gemeinsam in demokratisch gewählten Gremien treffen. Alle Mitglieder wirken gemeinsam, um der Aufgabe der Uni, als gesellschaftliche Akteurin für eine friedliche, soziale und solidarische Entwicklung der Gesellschaft einzugreifen, gerecht zu werden. Dem entgegen gab es bereits in den 70ern die Einschränkung der viertelparitätischen Besetzung aller Gremien (gleiches Stimmgewicht für jede Mitgliedergruppe) durch die Festschreibung einer professoralen Mehrheit und in den 90ern wurde das Konzept der unternehmerischen Hochschule verstärkt den Ideen und Vorstellungen der 60er entgegengesetzt und wirkte entdemokratisierend. Trotzdem gibt es auch heute noch eine universitäre Selbstverwaltung, in der die Ansätze der 60er erhalten sind. Aktuelles Beispiel einer Auseinandersetzung bildet die Splittung zweier Fakultäten, welche mit professoraler Mehrheit gegen die Stimmen aller anderen Mitgliedergruppen durchgesetzt wurde. Konkurrenz statt gesamtuniversitärer Kooperation rückt in den Mittelpunkt.

Wie die akademische Selbstverwaltung der Uni ist auch die Organisation der Studierenden in der verfassten Studierendenschaft (VS) ein Ergebnis der Auseinandersetzung in den 60ern. Die VS ist der solidarische Zusammenschluss aller Studierenden zur gemeinsamen, kooperativen Interessen- vertretung. In den verschiedenen Gremien der VS – Fachschaftsräten (FSRen), Studierendenparlament (StuPa) und Allgemeinem Studierendenausschuss (AstA) – wirken Studierende für Verbesserungen in Uni und Gesellschaft, als Teil gesellschaftlicher Opposition gegen Konkurrenz, Leistungshetze und neoliberale Verwertungsorientierung. So wurden in bundesweiten Protesten die Studiengebühren fast überall wieder abgeschafft, in der Studienreform an der Uni Hamburg wird mehr und mehr das Verständnis von Uni als gesellschaftlicher Akteurin umgesetzt und im Kampf für eine soziale Gesellschaft gegen Schuldenbremse und Krise sind Studierende weltweit aktiv. Auch in Hamburg zeigt sich, dass der Kampf gegen die Schuldenbremse und für eine Ausfinanzierung der Bereiche Bildung, Kultur, Soziales und Gesundheit durch die Mitwirkung der Studierenden, im letzten Jahr auch durch den politischen AStA, gestärkt wird. Für die Wirkmächtigkeit der Studierenden ist hierbei entscheidend, wie sehr die Verantwortung, als Teil gesellschaftlicher Opposition zu wirken, in FSRen, StuPa oder als politischer AStA wahrgenommen wird. Neben den Gremien der VS wirken auch verschiedene studentische Initiativen und Freiräume in den Auseinandersetzungen mit.

Auch um die Verfasste Studierendenschaft gibt es immer wieder Auseinandersetzungen, wie den stetigen Versuch jene durch das festgeschriebene hochschulpolitische Mandat einzuschränken, welches eine künstliche Grenze zwischen politischen und „hochschulpolitischen“ Themen zieht und die Aufgaben der VS auf letztere begrenzt. Die Schaffung einer Austrittsmöglichkeit aus der VS in Sachsen durch CDU, FDP und NPD stellt ein weiteres Beispiel für die Schwächung der VS dar. Demgegenüber wurde in Baden-Württemberg, wo jahrelang keine VS vorhanden war, im letzten Jahr eine VS erkämpft.

Ob in Gremien der VS, studentischen Initiativen, Freiräumen oder auch im Studienalltag, es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich in die Auseinandersetzungen in der Uni einzubringen und diese mitzugestalten. Wenn Du dich für unsere Arbeit oder einzelne Themen interessierst, komme gerne einfach mal zu unseren Treffen oder schreib uns eine E-Mail: kontakt@sds-uhh.de

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