Mai 142013
 

Vom 13.05. bis zum 31.05.2013 haben wir in Hamburg, im Foyer der ehemaligen HWP (VMP 9), die Ausstellung „Vermummt und gewaltbereit – Polizeigewalt in Deutschland“ stehen (siehe kursiver Text).

Veranstaltungsankündigung: Wer nichts Verbotenes tut, hat von der Polizei nichts zu befürchten. Übertriebene Staatsgewalt ist nur in anderen Ländern ein Problem. Das Handeln der Polizei unterliegt einer staatlichen Kontrolle. So verbreitet diese Ansichten sind, so falsch sind sie auch. Die (Foto-)Ausstellung „Vermummt und gewaltbereit – Polizeigewalt in Deutschland“ zeigt an eindrücklichen Beispielen, wie polizeiliche Maßnahmen die Grenzen der Legalität systematisch überschreiten. Wo eine effektive, demokratische Kontrolle fehlt, muss genau hingeschaut werden. Auf 15 Plakaten wird u.a. thematisiert: der Einsatz von Agent Provocateurs, rassistisch motivierte Kontrollen und brutale Einsätze gegen Demonstrant*Innen. Eine Veranstaltung ist in der Woche vom 27.05. bis 31.05.2013 geplant, genauere Infos folgen auf www.sds-uhh.de.

Sie kritisiert das Agieren der deutschen Polizei und stellt reformorientierte Forderungen auf, welche einer besseren demokratischen Kontrolle der Polizei dienen sollen. Forderungen, die mittelfristig unterstützbar sind, denn sie schaffen bessere Ausgangslagen. Eine fundierte Kritik, die das Ordnungsstreben des Staates grundsätzlich in Frage stellt, bleibt dadurch unberührt.

Ein Staat im Kapitalismus hat die Funktion, durch Recht und Ordnung das System am Laufen zu halten – ein System, in dem Profitmaximierung und Konkurrenz grundlegende Prinzipien der gesellschaftlichen Funktionsweise sind. Auch der Zusatz der „sozialen Marktwirtschaft“ darf nicht darüber hinweg täuschen, dass der Wille des Marktes handlungsweisend ist und soziale Agenda der Befriedung von berechtigtem Aufbegehren dient. Für solch einen Staat – ein Staat, der sich den Kapitalinteressen andient – ist sozialrevolutionärer Widerstand, der die geltenden Prinzipien von Profit und Recht auf Eigentum als höchstes Gut in Frage stellt, die Bedrohung schlecht hin, die Bedrohung seiner Existenz.

In Zeiten von sich zuspitzenden Krisen tritt der Widerspruch zwischen den Auswirkungen von neoliberaler Marktradikalität und dem kollektiven Interesse an lebenswürdigen Zuständen für Alle verstärkt und unübersehbar zutage. In seiner Hilflosigkeit den Ansprüchen der Mehrheit nachzugeben ohne seine eigene Substanz anzugreifen, tritt der Staat verstärkt als Ordnungsmacht und Unterdrücker von Protesten in Erscheinung. Was wir momentan in Europa (und oft verstärkt in andern Teilen der Welt) erleben – eine Staatsmacht, die mit all ihren zur Verfügung stehenden Mitteln der Repression und Gewalt protestierende Menschen verfolgt, verprügelt und versucht mundtot zu machen – ist kein Zeichen eines „starken Staates“, vielmehr ist es ein Zeichen der Hilfs- und Perspektivlosigkeit, ein Zeichen eines Systems, das sich vor dem drohenden Niedergang noch einmal aufbäumt.

Als ausführendes Organ des Staates setzt unter anderem die Polizei seine Anliegen auf praktische Weise um, sie hat das Gewaltmonopol in Händen und genießt im Sinne der „öffentlichen Sicherheit“ besondere Rechte. Durch ihre ordnungsschaffende Funktion gewinnt sie damit besonders zu Zeiten solcher Krisen an Bedeutung. Bei Protesten auf der Straße begegnen wir als erstes gepanzerten Polizist*Innen, bei der Überwachung von Aktivist*Innen stoßen wir auf verdeckte Polizeiermittler*Innen und bei Blockaden von Räumungen wird den Gerichtsvollzieher*Innen der Weg von der Polizei freigeprügelt.

Mai 122013
 

Es ist Krise. Erst hieß sie Finanzkrise, dann retteten Staaten Banken und seitdem wird irrtümlicherweise von der Schuldenkrise gesprochen. Zutreffender ist es jedoch, von einer Krise des Kapitalismus insgesamt zu sprechen. Bei den seit einiger Zeit diskutierten „Rettungspaketen“ geht es fast ausschließlich darum, dass Staaten mit Geld ihre Gläubiger (also meist wiederum Banken) bedienen können. Neues Geld wird den Staaten jedoch nur verbunden mit strikten Auflagen seitens der Troika (Internationaler Währungsfonds (IWF), Europäische Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB)) geliehen: Lohn-und Rentenkürzungen, Privatisierungen, Beschneidung des Arbeitsrechts, Abbau von Gesundheits- und Sozialleistungen werden gefordert. Diese Politik wird maßgeblich von der deutschen Bundesregierung – unterstützt in Gänze (!) von SPD und Grünen – forciert. Das deutsche Modell der Exportorientierung, der Agenda 2010 (also Lohndumping und Zusammenstreichen sozialer Leistungen) sowie der Schuldenbremse soll den vermeintlichen Erfolg bringen.

Diese Art der angeblich alternativlosen Politik hat für die Bevölkerungen der betroffenen Länder noch krassere Auswirkungen als sie bereits hierzulande anrichtet. Rasant wachsende Armut und Perspektivlosigkeit vieler Menschen sind die Folge – auch in Portugal. Viel über die alltäglichen Probleme Portugals können wir in den hiesigen Medien jedoch nicht finden. Immerhin war zu lesen, dass die konservative Regierung unter Pedro Passos Coelho es kürzlich hinnehmen musste, dass das oberste Gericht des Landes einige der Krisenmaßnahmen als nicht verfassungsgemäß einstufte. Und: Der Widerstand in der Bevölkerung gegen die Krisenpolitik ist riesig. Anfang 2013 demonstrierten das dritte Mal innerhalb von einem Jahr ca. 1,5 Million Menschen (wohlgemerkt in einem Land, in dem nur 10,6 Millionen leben!) gegen den Kurs der Regierung und der Troika.

Am Donnerstag, den 16. Mai, wird uns die Aktivistin Catarina Principe über das Leben unter der Krisenpolitik in Portugal, den gesellschaftlichen Widerstand dagegen und über die Perspektiven eines solidarischen Europas berichten. Betonen möchten wir dabei, dass der Widerstand in den „Krisenländern“ etwas mit uns zu tun hat: denn – wie oben beschrieben – orientieren sich Kürzungen und Schuldenbremse (und ihre europäische Verankerung Fiskalpakt) an der deutschen Politik der vergangenen Jahre: die gesamte Gesellschaft soll im Interesse der Wirtschaft und “Wettbewerbsfähigkeit” umgestaltet werden. Unsere Kämpfe an der Uni und anderswo stehen somit in Verbindung zu dem Widerstand gegen die Krisenpolitik und die dahinter stehende Ideologie.

Vortrag/Diskussion des Hamburger Blockupy-Bündnis in Kooperation mit dem SDS* Uni Hamburg
„Blockupy! – Portugal, Krise, Widerstand – Berichte vom alltäglichen Kampf gegen die Krisenpolitik“
Mit Catarina Principe (Bloco de Esquerda, Portugal) Donnerstag, 16.05.2013, 18:30 Uhr, Raum S27, Fachbereich Sozialökonomie (ex-HWP), Von-Melle-Park 9

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Von Hamburg nach Frankfurt zu B L O C K U P Y

Gemeinsame An- und Abreise zu Blockupy Frankfurt mit dem Bus.
Hinfahrt: Donnerstag, den 30. Mai, 8 Uhr, Hamburg Hbf.
Rückfahrt: Samstag, der 01. Juni nach der internationalen Großdemo (ca. 18 Uhr).
Damit wir den Bus mieten können, meldet Euch bitte SO FRÜH WIE MÖGLICH unter folgender Email-Adresse (verbindlich) an: blockupyfrankfurt.info@yahoo.de
Auch bei Fragen etc. gerne ne Mail an diese Mailadresse.
Komplettpreis für den Bus: erm. 10 €/ normal 15 € / Soli 25 €

Mai 012013
 

Die Finanzkrise – fälschlicherweise auch als Schuldenkrise bezeichnet – spitzt sich in ganz Europa im­mer weiter zu. Besonders der Süden kämpft mit den – vor allem aus Deutschland vorangetriebenen – neolibe­ralen Kürzungsvorgaben von Fiskalpakt, Schuldenbremse und Troika, die zu katastrophalen sozialökono­mischen Entwicklungen führen: So beträgt z.B. die Jugendar­beitslosigkeit in Griechenland circa 60 Pro­zent, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist seit Krisenbeginn um 30 Prozent eingebro­chen und die Hälfte der Erwerbslosen (650.000) hat mittlerweile keine Krankenversicherung mehr. Aber auch in Deutschland haben die Menschen vermehrt mit den Krisenfolgen zu kämpfen: So führt z.B. die Schuldenbremse dazu, dass die Bereiche So­ziales, Bildung und Kultur strukturell kaputt gekürzt wer­den, während die hohen Einkommen und Vermögen weiter unange­tastet bleiben.

Der Rechtspopulismus hat nun auch in Deutschland seine Partei

Bernd Lucke vor dem Parteilogo
Quelle: welt.de

In Deutschland versucht nun die – hauptsächlich von konservativen Professor*Innen, Altpolitiker*In­nen und Unternehmer*In­nen – neu gegründete Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) die Ängste und Unsicherheiten eines von Wirtschaftskrise und Rettungsschirmen wild gewordenen Mittelstandes in eine nationalchauvinistische Richtung zu lenken und an den in der breiten Bevölkerung verankerten Sozialdar­winismus und Rassismus anzuknüpfen. Neben altbekannten Wirtschaftsliberalen wie Hans Olaf Henkel ist vor allem der Hamburger VWL-Professor, Mitglied der WiSo-Fakultät und neue Kopf der Partei Bernd Lucke derzeit im Fokus der Öffentlichkeit und gibt den bemüht sachlichen Experten. Mit Forderungen wie „Raus aus dem Euro“, „Steuern runter“, „Familie als Keimzelle der Gesellschaft“ und „keine ungeord­nete Zuwanderung in unsere Sozialsyste­me“ will die Partei eine knackig rechte und ultramarktfunda­mentale Antwort auf die Krise sein.

Mit dem Neoliberalismus in die Krise – mit dem Neoliberalismus aus der Krise?

So ist es dann auch kein Zufall, dass prominente Unterstützer der Partei u.a. fordern, dass Arbeitslose ihre Organe verkaufen sollen oder Hartz-4-Bezieher*Innen das Wahlrecht aberkannt werden müsste. Der Markt als Allheilmittel soll doch bitte schön in jedem Bereich des Lebens installiert und die Kon­kurrenz als allgemeingültiges Prinzip anerkannt werden (ganz so als hätte dieses Dogma nicht in die Krise ge­führt), somit sind in dieser Ideologie „Verlierer“, „Nutzlose“ und „nicht Leistungsfähige“ an ih­rem Elend selbst schuld und am besten aus der Gesellschaft auszuschließen.

Wir zahlen nicht für eure Krise?! Tut Deutschland ja auch nicht!

Besonders perfide ist die Inszenierung Deutschlands als Opfer und Zahlmeister Europas. Keine andere (Export-)Wirtschaft hat von der gemeinsamen Währung aufgrund des erweiterten Binnenmarktes so profitiert wie die deutsche (Deutschland expor­tiert zu 42 Prozent in den Euro-Raum). Und kein Land hat aufgrund der Zurückhaltung bei den Reallöhnen (diese sind in Deutschland von 2000 bis 2008 um 0,8 Prozent gesunken, während sie z.B. in Griechenland um 30 Prozent gestiegen sind) und gleichzeitig ho­her Produktivität die wirtschaftlichen Ungleichgewichte so befeuert wie Deutschland. Das hatte dann zur Fol­ge, dass Südeuropas Wirtschaft mit billigen Produkten aus Deutschland niederkonkurriert wurde, während Deutschland gleichzeitig auf die Exporte angewiesen ist, um die durch Lohnzurückhal­tung ge­schwächte Binnennachfrage auszugleichen.

Das deutsche Modell ist keine Alternative – es braucht eine Alternative zum deutschen Modell

Ein ökonomisch sinnvoller und vor allem solidarischer Weg aus der Krise kann mittelfristig überhaupt nur der anhaltende Kampf gegen Massenarbeitslosigkeit und Armut, die Regulierung der Finanzmärk­te und ein ausreichend finanzierter öffentli­cher Sektor sein, um so den notwendigen sozial-ökologi­schen Um­bau der Gesellschaft zu einem gesamtgesellschaftlichen Pro­jekt werden zu lassen. Finanziert werden muss dies selbstverständlich durch die Besteuerung hoher Einkommen und Vermö­gen. Denn Geld ist nach wie vor genug da, nur eben ungerecht verteilt.

Warum die AfD trotz ihrer bewiesenermaßen anachronistischen Forderungen nach weniger Staat, noch niedrigeren Löhnen und dem selbstzerstörerischen „Raus aus dem Euro“ in aktuellen Umfragen zwi­schen zwei und fünf Prozent schwankt, welchen Nerv sie anscheinend trifft und wie wir besonders an der Uni Hamburg etwas gegen diese Partei unternehmen können, wollen wir nach einem kurzen In­put-Referat auf dem offenen Treffen des SDS* am Montag, den 06.05.2013 um 18:30 Uhr mit euch diskutieren.

Treffpunkt ist wie immer der Freiraum im ESA W. (Im Erdgeschoss gleich links)

Apr 052013
 

Veranstaltungsreihe des AStA der Uni Hamburg im April und Mai zu Prekaritätsbegriff und prekärer Arbeit an Hochschulen

“Obwohl diese Gesellschaften von Sicherungssystemen umgeben und durchzogen sind, bleiben die Sorgen um die Sicherheit allgegenwärtig. Dieser beunruhigenden Einsicht kann man nicht einfach dadurch ausweichen, dass man das Gefühl der Unsicherheit zu einer bloßen Wahnvorstellung der Bessergestellten erklärt, die den Preis an Blut und Tränen vergessen und aus den Augen verloren haben, wie grausam und unerbittlich das Leben in früheren Zeiten war.”
Robert Castel

In dieser Veranstaltungsreihe soll das Phänomen der Prekarisierung in den Fokus gelangen. In Medien und der Öffentlichkeit scheint es einen inflationären Gebrauch zu geben. Daher wird es zu Beginn einen wissenschaftlichen Input geben, der ein klareres Bild vermitteln soll. Anschließend werden in drei weiteren Veranstaltungen Bereiche an der Hochschule thematisiert, die von Prekarisierung betroffen sind.

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Prekäre Arbeit
Überlegungen zu Charakterisierung und Erzeugung
am 10.04.2013 um 19 Uhr
in Raum S 7, VMP 9

In den vergangenen Jahren hat der Prekaritätsbegriff eine bemerkenswerte
Konjunktur erlebt. Dies hatte den Nebeneffekt, dass inzwischen alles und nichts als prekär bezeichnet wird, was den Begriff wissenschaftlich wie politisch fast unbrauchbar macht. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe zu prekärer Arbeit an der Universität sollen daher zwei Fragen im Mittelpunkt stehen: Was ist prekäre Arbeit – wie kann man sie definieren, von anderen Phänomenen abgrenzen und in der konkreten Arbeitsrealität verorten? Und: Wie wird Prekarität erzeugt – welche Rolle spielen Unternehmen, der Staat und Individuen bzw. Haushalte bei der Erzeugung prekärer Arbeitsverhältnisse? Mit
Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja.

http://www.facebook.com/events/428298680592680/

Studentische Beschäftigte
Zwischen Studium und Arbeit
am 17.04.2013 um 19 Uhr
in Raum S 7, VMP 9

Das Arbeitsverhältnis studentischer Beschäftigter divergiert stark, von Bundesland zu Bundesland, von Aufgabenbereich zu Aufgabenbereich. Gemeinsam ist ihnen, dass ein großer Teil universitärer Arbeit, sei es in Forschung und Lehre oder in Technik und Verwaltung, von Studierenden geleistet wird. Auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Bereichen findet hier eine Ausbeutung statt. Aus der Doppelrolle als Studierende und Arbeitende am selben Ort ergeben sich Probleme und Möglichkeiten. In dieser Veranstaltung soll es daher zum einen um eine Schilderung der Rahmenbedingungen gehen, zum anderen um mögliche Perspektiven der Organisierung und Verbesserung.
Mit Marco Unger, Bundessprecher der Studierenden in der GEW.

http://www.facebook.com/events/435276203230610/


Outsourcing an der Hochschule

Darlegung und mögliche Gegenwehr
am 24.04.2013 um 18 Uhr
in Raum S 7 , VMP 9

Outsourcing findet immer häufiger statt und hat einen starken Beitrag zur Prekarisierung der Arbeitswelt. Die Folgen sind eine Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse von Arbeitnehmer*Innen: Geringe Löhne, befristete Stellen, eine fehlende Personalvertretung sind keine Seltenheit. Auch an Universitäten tritt das Phänomen des Outsourcing immer häufiger auf. An der Uni Hamburg sind die Bereiche des Sicherheitsdienstes und Reinigungspersonals zu großen Teilen an externe Firmen ausgelagert. Die Folge ist auch hier eine erhebliche
Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und der Ausschluss von den Prinzipien der Gruppenuni. Diskutiert und erörtert werden soll, welche Mechanismen und Ursachen dieser Entwicklung zu Grunde liegen und wie entgegengewirkt werden kann.
(Referent*In folgt)

http://www.facebook.com/events/374084296040573/

Das wissenschaftliche Prekariat
Der universitäre Mittelbau im Fokus
am 08.05.2013 um 18 Uhr
in Raum S 7 , VMP 9

In Zeiten eines Bedeutungszuwachses der Hochschulen bei der Bewerkstelligung gesellschaftlicher Aufgaben und steigender Studierendenzahlen bedarf es einer wissenschaftlichen Basis an Beschäftigten. Dass gerechte Arbeitsbedingungen und gute Forschung und Lehre nur zwei Seiten einer Medaille sind, scheint oftmals vergessen. Im Gegenteil erhöht sich der Druck durch vorausgesetzte Drittmitteleinwerbung und stark befristete Verträge. In dieser Veranstaltung soll geschildert werden, welche Mechanismen die Vereinzelung im Wissenschaftsbetrieb erzeugen und anhand von Einzelbeispielen soll die prekäre Lage verdeutlicht werden.
(Referent*In folgt)

http://www.facebook.com/events/559355264097588/

Bei weiteren Fragen:
gabriel.riesner@asta-uhh.de

Apr 032013
 

Herzlich Willkommen im neuen Semester! Wir wünschen euch allen einen kämpferischen Start! Da sich Studienreform, Demokratisierung und Ausfinanzierung (durch die Überwindung der Schuldenbremse) nicht von allein machen, hier die aktuellen Termine des SDS*. Wir freuen uns auf euch!

SDS*-Treffen: immer montags, 18:30 Uhr, im ESA W Freiraum (Westflügel, Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1)

Mo, 08.04. Erstes Zusammenkommen im Semester

Gemeinsamer Start ins Semester: Was steht an? Kommt vorbei, lernt uns kennen.

Mo, 15.04. Vorbereitung des Dies Academicus am 23.04.

Am 23.04.13 findet an der UHH ein Dies Academicus statt, das heißt alle Lehrveranstaltung fallen zu Gunsten einer Diskussionsveranstaltung aus, bei der alle Mitglieder der Uni zusammenkommen, um über die bereits laufende Studienreform zu diskutieren. Wir wollen die Entwicklungen des zurückliegenden Jahrs reflektieren und uns gemeinsam auf die Diskussion auf dem Dies vorbereiten.

Mo, 22.04. Demokratisierung der Uni: Frage der 3. Ebene und der Neustrukturierung der Fakultäten

Seit längerem kündigt die Behörde für Wissenschaft und Forschung an, das u.a. verfassungswidrige Hamburger Hochschulgesetz zu überarbeiten, um die Uni demokratischer zu strukturieren. Das ist auch dringend nötig! Es wird heiß diskutiert werden, ob die Fakultätenstruktur der Uni so bleiben oder verkleinert werden soll und ob wir eine dritte Entscheidungsebene unterhalb der Fakultäten benötigen. Wir meinen, die Uni braucht für demokratische Entscheidungsfindung beides. Darüber wollen wir uns weiter austauschen.

 

Mo, 29.04. Hochschulpolitik als Gesellschaftspolitik

Die Universität ist Teil der Gesellschaft und steht in der Verantwortung zur sozialen, friedlichen und ökologischen Entwicklung dieser beizutragen. Was bedeutet also so verstandene Hochschulpolitik hier an der Uni Hamburg? Was kann man z.B. im Fakultätsrat für die friedliche Entwicklung tun? Das wollen wir auf diesem Treffen diskutieren um uns über die gesellschaftliche Bedeutung von Hochschulpolitik auszutauschen. In den kommenden Monaten wird das ebenso ein Diskussionsthema im Bundesverband die linke.sds sein.

 

Mo, 06.05. Zukunftskonzept Verwaltung

Die Verwaltung der Uni soll „umstrukturiert“ werden. Im Klartext bedeutet das: verkleinert werden, um zu „sparen“. Zentralisiert. Mehr Top-Down. Dafür hat sich eine sogenannte Expertenkommission ein Konzept überlegt. Sollte das wirklich so umgesetzt werden, hat das verheerende Folgen für Forschung, Studium und Lehre. Auf die Diskussion innerhalb der Uni wollen wir uns gemeinsam vorbereiten.

Mo, 13.05. Inhaltliche Positionierung des Bundesverband die linke.sds

Gemeinsame Vorbereitung auf den bevorstehenden Bundeskongress unseres Bundesverbands, in dem wir Anträge diskutieren, uns Änderungsanträge überlegen und Argumente für und wider austauschen.

 

 Weitere Termine im Sommersemester 2013

Sa, 06.04. Bundesweite Demo gegen Rassismus und Ausgrenzung, Start: Hauptbahnhof, 14.00 Uhr

Do, 11.04. Konstituierende Sitzung des Studierendenparlaments, Anna-Siemsens-Hörsaal(VMP8), 18.00Uhr

Di, 23.04. Dies Academicus zur Studienreform

Fr, 26.04. Demo gegen/zur Eröffnung der Internationalen Gartenschau (igs)

Mi, 01.Mai Arbeiterkampftag: DGB-Demo / Euromayday / revolutionäre 1.Mai-Demo

Fr, 24.05.-Sa, 25.05. Gewerkschaftspolitische Konferenz der Partei DIE LINKE in Hamburg

Fr, 17.05.-So, 19.05. Bundeskongress des Bundesverband die linke.sds an der Uni Hamburg

Fr, 30.05.-So, 01.06. Blockupy in Frankfurt (am Main)

01.06. „Tag der deutschen Zukunft“ in Wolfsburg blockieren!

Do, 13.06.-Fr, 14.06. Internationale Tagung: Streik!?, Curio-Haus

23.06. Studierendenkonferenz der Partei DIE LINKE in Berlin

 

In Vorbereitung – coming soon

- Historische Uni-Führung

- Veranstaltung zur Krisenpolitik und Proteste in Portugal mit einer Genossin aus Portugal

- Politischer Filmabend

 

 

 Posted by at 09:34
Mrz 122013
 

Wir unterstützen als SDS* und Teil des AStAs aktiv die Demo gegen Rassismus und Ausgrenzung, die am 6.4. am Hamburger Hauptbahnhof starten wird und zu der bundesweit mobilisiert wird. U.a. soll auf die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl vor 20 Jahren hingewiesen werden.

Website des Bündnisses

facebook-Seite des Bündnisses

Demo

 

Aufruf des Bündnisses

Alltäglicher Rassismus
Rassismus ist in Deutschland ständig präsent. Er geht nicht nur von einzelnen (Neo)Nazis aus, sondern ist fest in der Gesellschaft, der Politik, den Medien und der Wissenschaft verankert. Diskriminierenden Begriffe, die z.B. Menschen auf ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit reduzieren und die kulturrassistische Gleichsetzungen des Islam mit „Ehrenmorden“ oder „Terrorismus“, tragen zu einem feindlichen gesellschaftlichen Klima bei, das in offener Gewalt, wie in den Brandanschlägen von Rostock-Lichtenhagen oder den NSU-Morden, seine Zuspitzung findet.

Staatlicher Rassismus kriminalisiert, grenzt aus und tötet
Eine ganze Palette von rassistischen Sondergesetzen stempelt Asylbewerber*Innen zu Menschen zweiter Klasse ab. Sie werden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, man zwingt sie in Lagern zu leben, sie dürfen die ihnen zugewiesenen Orte nicht verlassen (Residenzpflicht), man verweigert ihnen das Recht auf Arbeit und beschneidet ihr Recht auf Bildung, Sozialleistungen, medizinische Hilfen usw. Hinzu kommt die allgegenwärtige und zermürbende Bedrohung durch Abschiebung und die Inhaftierung in Abschiebeknästen.

Grundrecht auf Asyl?
Vor 20 Jahren wurde durch eine Verfassungsänderung das Grundrecht auf Asyl quasi abgeschafft. Ein Recht auf Asyl haben demnach nur noch Menschen, die nicht über einen sogenannten sicheren Drittstaat nach Deutschland gekommen sind, was fast nur mit einem Flugzeug möglich ist. Deutschland schottet sich damit immer mehr gegen Flüchtlinge ab, anstatt sich zu einer Mitverantwortung für viele Fluchtursachen zu bekennen.

Festung Europa
Der Angriff auf Flüchtende fängt aber bereits an, bevor sie Deutschland und Europa überhaupt erreicht haben: Seit 1993 führt die EU an ihren Außengrenzen einen nicht erklärten Krieg gegen Flüchtlinge und Migrant*Innen, dem laut UNHCR 16.000 Menschen zum Opfer fielen. Allein 2011 haben über 2.000 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer ihr Leben verloren – und das sind nur die offiziellen Zahlen. Die EU-Grenzschutzagentur FRONTEX kontrolliert im Verbund mit Militär und Polizei durch monströse Zaunanlagen, High-Tech-Überwachung, Abschiebeknäste und Dauereinsätze die EU-Außengrenzen und das Mittelmeer. Verweigerungen von Rettungsmaßnahmen gegenüber Schiffbrüchigen belegen, dass das »Sterben lassen« offensichtlich zur EU-Abschreckungsstrategie gehört. Doch das Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit kann nicht genommen werden, lediglich das Leid wird größer.

Nutzen des Rassismus für den Kapitalismus
Für die Herrschenden in Politik und Wirtschaft ist Rassismus durchaus nützlich: Außenpolitisch dient er geostrategischen und militärischen Interessen. Mit rassistischen Feindbildern wird der Eindruck der ständigen Bedrohung – und so die Zustimmung der Bevölkerung zur deutschen Kriegspolitik – geschaffen. Nach innen sichert rassistische Ideologie das System ab und vernebelt die Ursachen sozialer Ungerechtigkeit: Berechtigter Unmut in der Bevölkerung wird so nicht zu Protest gegen die Klassengesellschaft, sondern sucht sich rassistisch „Sündenböcke“. Die Spaltung in „wir“ und „die Anderen“ legitimiert außerdem die verschärfte Ausbeutung von Migrant*Innen, die Einführung von Überwachungsmaßnahmen, (rassistische) Kontrollen usw.

Rassismus geht alle an
Dass Rassismus schon seit langem auf den Müllhaufen der Geschichte gehört, ist klar. Doch Rassismus reproduziert sich auch deshalb immer wieder, weil er nicht nur Menschen diskriminiert, sondern gleichzeitig anderen auch Privilegien verschafft. Vorurteile beeinflussen alltägliche Entscheidungen: Wo z.B. Menschen wegen ihres vermeintlich nicht deutschen Namens keine Wohnung bekommen, profitieren andere. Der Kampf gegen Rassismus geht also alle etwas an und muss auf allen Ebenen geführt werden. Jede*r kann bei sich anfangen, rassistische Sprache, Vorurteile und rassistisches Handeln zu erkennen und zu ändern.

Hamburg – das Tor zur Welt?
Hamburg gibt sich als weltoffene Stadt (und Tor zur Welt). So verkündete der Bürgermeister Scholz zum Naziaufmarsch am 2.6.2012 wie tolerant Hamburg doch sei.
Dabei ist es die SPD, die trotz vorheriger Kritik als Oppositionspartei den am 30.09.2012 ausgelaufenen Vertrag für das Erstaufnahmelager in Horst verlängert und sogar erweitert hat. Das ist ein abgelegenes Lager für ankommende Asylbewerber*Innen in Mecklenburg-Vorpommern. Den Menschen dort ist der Zugang zu Beratungsstellen, Anwält*Innen, Krankenhäusern oder zu einer vernünftigen Schulbildung nahezu unmöglich. Sie sollen vom Rest der Gesellschaft isoliert werden.
Auch im Umgang mit Roma, welche seit Jahrhunderten verfolgt werden und während des deutschen Faschismus systematisch ermordet wurden, zeigt die Stadt Hamburg unmenschliche Härte. So finden selbst im Winter Abschiebungen ganzer Familien nach Serbien, Mazedonien und in den Kosovo statt, wo Roma sich struktureller Diskriminierung und immer öfter auch rassistischer Gewalt gegenübersehen. 2011 und 2012 wurden aus Hamburg insgesamt 256 Menschen (fast nur Roma) nach Serbien und Mazedonien abgeschoben. Über 400 Menschen wurden zur sogenannten „freiwilligen Ausreise“ gezwungenen. Und selbst die 13 Hamburger Roma-Familien, die 2011/12 gemeinsam für ihren Aufenthalt gekämpft haben – unter anderem durch Petitionen an die Hamburger Bürgerschaft – wurden (bis auf eine Familie) alle zur Ausreise gezwungen oder abgeschoben.

Rassimus bekämpfen – Solidarität mit dem refugee strike!
Es gibt jedoch auch immer wieder Menschen, die sich der rassistischen Normalität widersetzen und für ein besseres Leben eintreten. In der Bewegung für die Verteidigung der Rechte von Geflüchteten haben sich z.B. Menschen aus verschiedenen Ländern zusammengeschlossen, um gegen die unmenschlichen Bedingungen zu protestieren, von denen sie unmittelbar betroffen sind. Die Geflüchteten setzen sich für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ein. Wir unterstützen ausdrücklich die Forderungen dieser Proteste!

– Den Stopp aller Abschiebungen
– Die Abschaffung der Residenzpflicht
– Die Abschaffung der Lagerpflicht und die Schließung aller
Isolationslager!
– Die Anerkennung aller Asylsuchenden als politische Geflüchtete

Wir lassen uns nicht spalten! – Gemeinsam kämpfen wir für eine solidarische Gesellschaft, frei von jeglicher Form des Rassismus! Wir wollen eine Welt, in der Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, nicht Profite und Machtinteressen!

Jan 122013
 
Die Novellierung des Hamburgerischen Hochschulgesetz steht vor der Tür. Das bietet die Möglichkeit, demokratische Grundsätze, für die wir streiten, gesetzlich (wieder) zu verankern.
Dass  Unis demokratisch organisiert sind, ist kein Zufall. Dies wurde in den 60ern von Studierenden erkämpft.  Mit der Idee der Gruppenuni setzten sie der rein von Professor*Innen  bestimmten Uni eine gemeinsame Gestaltung durch alle Mitgliedergruppen  entgegen. Bereits in den 70ern wurde diese gemeinsame Gestaltung jedoch  eingeschränkt, da eine absolute Mehrheit der Professor*Innen in allen Gremien  festgeschrieben wurde. Im Zuge einer zunehmenden Unterfinanzierung im Bildungssystem und der  vermehrten Ausrichtung von Hochschulen an wirtschaftlichen  Strukturmodellen wurde die Uni mehr und mehr in Richtung eines hierarchischen Top-Down-Systems geformt, welches nach dem Vorbild eines Unternehmensmanagements funktioniert. Im Verhältnis zu den demokratisch  gewählten Gremien, in denen alle Mitgliedergruppen vertreten sind,  liegt eine große Entscheidungsgewalt bei Dekanaten und Uni-Präsidium.  Demokratische Prozesse fallen häufig der vermeintlichen Effizienz von  schnellen Top-Down Entscheidungen zum Opfer. Hierbei wird oft gerade die Position von Studierenden übergangen, wodurch wir für die Berücksichtigung studentischer Positionen umso stärker kämpfen. Zudem zeigt sich die wirtschaftliche Beeinflussung der Uni im Hochschulrat, wo externe Personen über die Grundausrichtung der Uni bestimmen. Aus diesen Verhältnissen gilt es, wieder eine echte Demokratisierung zu entwickeln!
Die  anstehende Novellierung des HmbHG bietet hierfür eine gute Möglichkeit. Wir fordern die  Abschaffung des Hochschulrats und Übergabe seiner Kompetenzen  an demokratisch aus der Uni gewählte Gremien. Neben der Stärkung des  Akademischen Senats, sollte ein Konzil, welches auf breiter Basis von  allen Mitgliedergruppen gestaltet wird, eingeführt werden. Nur so können die grundlegenden Belange der Uni von allen Mitgliedern in demokratischen Prozessen entwickelt werden. Zudem muss die informell bereits existierende dritte Ebene in den Fachbereichen wieder im Gesetz verankert werden. Alle  Entscheidungen sollen  von den Beteiligten gemeinsamen getroffen und  nicht von oben vorgegeben werden. Den Vorsitzenden der einzelnen  Gremien, wie das Unipräsidium, kommen lediglich koordinierende Funktionen zu. Mit einer konsequenten Viertelparität muss zudem für eine echte demokratische Beteiligung Aller gewirkt werden.
Somit können die entscheidenden Grundlagen für eine Redemokratisierung gelegt werden. Letztlich braucht es aber auch einen kulturellen Wandel. Demokratische Strukturen müssen auch in einer demokratischen Praxis ausgefüllt werden. Dafür braucht es eine Politisierung in der Uni, insbesonderere in der Studierendenschaft.  Demokratie existiert nicht durch formale Niederschrift, sie muss gelebt werden. 
Mit unserem Engagement in Gremien der studentischen und akademischen Selbstverwaltung werden wir weiterhin dazu beitragen, dass Studierende stärker in Entscheidungsprozessen involviert sind, sei es gewählt oder nicht gewählt.  Der Kampf für mehr Demokratisierung ist nachwievor vor allem ein  studentischer Kampf. Daher ist eine Stärkung der Verfassten  Studierendenschaft wichtig. Um auf allen Ebenen in den Gremien für eine  weitere Demokratisierung zu wirken, braucht es neben einem politischen, linken AStA auch starke Fachschaftsräte und die Vernetzung dieser in einem teilautonomen Referat.  
Insgesamt müssen die  bereits erkämpften demokratischen Strukturen weiter ausgebaut werden. Das politische Mandat der  Verfassten Studierendenschaft werden wir zurückerkämpfen.
Eine  demokratische Struktur ist eine entscheidende Grundlage,  um als  Hochschule positiv für eine friedliche und gerechte Gesellschaft wirken  zu können. Nur demokratisch organisiert kann die Uni dem Anspruch  gerecht werden, den bestehenden Verhältnissen eine echte Alternative  entgegenzusetzen.
Jan 102013
 

Man muß jede Sphäre der deutschen Gesellschaft als die partie honteuse
[den Schandfleck] der deutschen Gesellschaft schildern, man muß diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!Karl Marx, MEW1

Strukturelle und unmittelbare Diskriminierungen finden jederzeit und überall statt. Sexismus, Heteronormativität, Rassismus und Antisemitismus sind keine Probleme vermeintlich „extremer“ Randgruppen, sondern sind in allen Teilen der Gesellschaft vorhanden. Mit ihren Mechanismen von Inklusion und Exklusion erfüllen sie eine explizite Funktion in einer Gesellschaft. Die Konstruierung von “außen” und “innen”, von einer “Mehrheit in der Mitte der Gesellschaft” mit normativer Macht, erzeugen durch Abgrenzung Zugehörigkeit. Die suggerierte Konkurrenz zwischen vermeintlichen Kulturen, Ethnien oder sonstigen konstruierten Gruppen dient der Verschleierung realer sozioökonomischer Ungleichheiten und der Sicherung und Verfestigung von bestehenden Machtasymmetrien.

Selbstverständlich ist die Universität kein von diesen Zuständen abgekoppelter Mikrokosmos, sondern ist von ihnen ebenso durchdrungen. Es ist also notwendig, diese Zustände auch dort einer fortschrittlichen Kritik zu unterziehen und sich ihnen entschlossen entgegen zu stellen. So ist z.B. die statistisch sinkende Wahrscheinlichkeit der Besetzung universitärer Stellen durch Frauen bei einflussreicher werdenden Positionen ein Zeichen für fehlende Gleichstellung. Unsere feministische Politik zielt aber nicht auf die Bevorteilung von Frauen ab, sondern auf den Abbau von Herrschaftsstrukturen und Unterdrückung. Die Initative aus der Studierendenschaft im letzten Jahr, sich für ein teilautonomes Referat für Frauen einzusetzen, haben wir von Anfang an personell und strukturell unterstützt. Die zurückliegenden Auseinandersetzungen haben uns noch ein mal gezeigt: Sexismus war und ist fester Bestandteil der versteinerten Verhältnisse, welche zum Tanzen gebracht werden müssen.

Ob offen oder subtil, ob bewusst oder unbewusst, rassistische Diskriminierung ist allge genwärtig. Nach wie vor sind Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund von Exklusion betroffen und werden nicht vollständig als Teil der Gesellschaft akzeptiert. Auch hier steht die Universität direkt im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang, wenn z.B. am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), in Zusammenarbeit mit den Behörden, „Altersfestsetzungen“ an Flüchtlingen vorgenommen werden. Dass dieses Prozedere selbst vom deutschen Ärztetag als unwissenschaftlich abgelehnt wird und der Behörde erst die Möglichkeit zur Abschiebung der betroffenen Personen eröffnet, muss thematisiert werden. Die Universität darf institutionellem Rassismus nicht blind begegnen und sich zu dessen Vollstreckung instrumentalisieren lassen. Vielmehr steht auch sie vor der Aufgabe, rassistische Zustände aufzudecken und zu kritisieren.

Wir wollen weiterhin antifaschistische Arbeit am Campus und im AStA verankern. Das heißt grundsätzlich, sich für gesellschaftliche Bedingungen einzusetzen, die den Faschismus unmöglich machen oder mindestens erschweren. Im Konkreten kann es ebenso bedeuten, Burschenschaften als das zu benennen und zu kritisieren, was sie sind: Männerbünde, in denen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und völkischer Nationalismus allgegenwärtig sind. Zusätzlich am Campus Aufklärung über Naziaufmärsche und vergleichbare Aktivitäten zu leisten, die Mobilisierung dagegen zu befördern und den Protest, wie am 2. Juni 2012 in Hamburg durch das Blockieren der Nazis, auf die Straße zu tragen! Wir rufen dazu auf, sich am 12. Januar an den antifaschistischen Protesten und Blockaden gegen den Naziaufmarsch in Magdeburg zu beteiligen.

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Jan 102013
 

Bildung muss allen Menschen offen stehen. Wir wollen die Universität nicht als Ort, an dem die Elite sich selbst reproduziert und sich von der Masse der Bevölkerung abschirmt. Im jetzigen gesellschaftlichen Verständnis von Bildung als Humankapital findet sich das Bedürfnis aller Menschen nach Erkenntnis nicht wieder.

Orientiert auf den Arbeitsmarkt stellt der Zugang zu Bildung ein hegemoniales Instrument der Herrschenden dar, dessen Zweck die Etablierung von Qualifikationsunterschieden ist, um durch eine Hierarchisierung innerhalb der Arbeiter*Innenschaft Konkurrenz zu erzeugen. Bildung sollte dementgegen aber als emanzipatorische Aneignung von Wissen verstanden werden, deren Zugang nicht reguliert werden darf. Dies ist ein wichtiger Schritt zu einer gesamtgesellschaftlichen positiven Entwicklung. Daher bekämpfen wir Selektionsschranken in Form von verschiedenen Schultypen, Prüfungen, Noten, Zulassungsbeschränkungen und Studiengebühren (auch versteckt in Form der Verwaltungsgebühren), um diese abzuschaffen.

Auch Menschen ohne Abitur muss der Zugang offen stehen, wie es seit Jahrzehnten am Fachbereich Sozialökonomie (Ex-HWP) praktiziert wird. Darüber hinaus muss das BAföG elternunabhängig als Vollzuschuss gewährt, müssen die Hochschulen für Menschen ohne deutschen Pass geöffnet und die universitären Veranstaltungen auch für Nicht-Studierende besser zugänglich gemacht werden.

Um Bildung für Alle zu verwirklichen, engagieren wir uns in der Verfassten Studierendenschaft und in Gremien der akademischen Selbstverwaltung, unter anderem für eine grundlegende Studienreform, die das Bachelor-Master-System endlich überwindet. Das beinhaltet viele Elemente, wie die Abschaffung der Module und Fristen, des Anwesenheitszwangs und der Fixierung auf den Arbeitsmarkt. Dazu stoßen wir eine grundlegende Diskussion über Prüfungen immer wieder mit an: Klausuren konstruieren eine Situation, in der Studierende auf sich allein gestellt Aufgaben meist ohne Hilfsmittel zu bewältigen haben. Da Menschen soziale Wesen sind, ist es sinnvoll einen kooperativen Umgang, anstatt Konkurrenz- und Ellenbogenverhalten zu fördern. Alle sollten gemeinsam entscheiden, wann, wo, wie und was sie prüfen lassen wollen und in welcher Form sie eine Beurteilung erwarten. Daher gilt: Prüfungen abschaffen!

In der kritikablen Hochschulvereinbarung zwischen Unipräsident Lenzen und der Wissenschaftssenatorin Stapelfeldt, ist unter anderem festgeschrieben, allen Bachelor-Absolvent*Innen in Hamburg einen Masterplatz zur Verfügung zu stellen. Bei der momentanen Situation für Lehramtsstudierende zeigt sich die ganze Absurdität des Ba/Ma-Systems und der gestuften Abschlüsse. Mehrere Studierende wurden nicht zum Master zugelassen, was für den angestrebten Beruf als Lehrer*In ein Ausschlusskriterium ist. Hier hat der Bachelor eine reine Übergangsfunktion und nicht die im Bologna-Prozess euphorisch deklarierte frühzeitige Arbeitsmarktqualifikation. Deswegen streiten wir in- und außerhalb der Uni weiterhin, dass der Master Regelabschluss wird, indem die Zulassung zu ihm mit dem Studienbeginn erfolgt. Der Bachelor bleibt als eine frühzeitige Ausstiegsmöglichkeit.

Wir sehen Bildung als kooperative Aneignung von Wissen, um die Welt besser zu verstehen und sie verändern zu können! Die Kooperation muss auch zwischen Lehrenden und Studierenden bestehen. Studierende sind Mitglieder der Universität und nicht Kund*Innen und Konsument*Innen der Lehre. Mit der erkämpften Abschaffung der Studiengebühren ist ein bestimmender Faktor der beschriebenen Umdeutung verschwunden: Die Entwicklung geht weiter. Wir sind bekräftigt in unserem Kampf für Bildung für alle.

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Jan 072013
 

Bis zum 16.1. müssen die Briefwahlunterlagen für die Wahlen zum Akademischen Senat beim Wahlamt eingegangen sein. Unsere Empfehlung ist zusammen mit unten stehenden anderen Listen, Liste 4, “Bündnis für Aufklärung und Emanzipation” (BAE!) zu wählen.

Für die Urnenwahl zum Studierendenparlament vom 14. bis 18. Januar sollte die Sache ja klar sein!

Spätestens seit der Aufklärung gilt als Maßstab der Politik, das Allgemeinwohl zu mehren. Die herrschende Politik behauptet dagegen sogar, dass es zu viel davon gab und man jetzt „den Gürtel enger schnallen“ müsse. Das Gegenteil ist richtig: Die Krise hat ihren ökonomischen Ursprung gerade darin, dass das allgemeine Wohl dem privaten Profitinteresse untergeordnet wurde. Der gesellschaftlich erarbeitete Reichtum wird aber erst zu allgemeinem Wohl, wenn er z. B. realisiert wird als sozialer Wohnungsbau, kritische Bildung, aufmüpfige Kultur und ein Gesundheitswesen, das Patienten wie Behandelnde gleichermaßen gesund macht und hält.

Es gibt immer mehr Menschen, die sich mit der gepredigten Alternativlosigkeit der von oben exekutierten Politik nicht abfinden wollen und die Alternative an anderer Stelle suchen: Ob Studierende, die die nicht angebotenen kritischen Seminare selbst organisieren, ob Streikende wie bei Neupack, ob Menschen, die Leerstand beziehen, oder Kulturschaffende, die die eigene Lage zum Gegenstand ihrer Kunst machen. Das allgemeine Wohl lässt sich nur von den Menschen selbst gemeinsam erkennen und erkämpfen.

Darauf zu hoffen, dass andere die Verhältnisse wieder so einrenken, so unbefriedigend und kaputt sie vorher schon waren, ist keine Alternative. Stattdessen sollten wir alle Teil davon sein, diese Gesellschaft sozial, ökologisch und konsequent friedlich neu aufzubauen.

In dieser Lage finden auch die Wahlen zum Studierendenparlament und zum Akademischen Senat statt. Vor dem geschilderten Hintergrund haben sie insofern Bedeutung, als dass sich auch die Verfasste Studierendenschaft und die Universität als Ganzes richtig entscheiden müssen. Die Krise stellt Fragen, mit denen eine wissenschaftliche Auseinandersetzung lohnt und auch erforderlich ist: Wie lassen sich auf der Grundlage der allgemeinen Menschenrechte unsere Bedürfnisse weiterentwickeln und realisieren? Wie organisieren wir demgemäß unsere Ökonomie? Was sind die sozialen Bedingungen für eine erweiterte Demokratie? In diesem Sinne kritische Wissenschaft ist kein potentieller Streichposten, sondern ein Bedürfnis und ein Erfordernis, gesellschaftlich wie persönlich.

Die erste Bedingung dafür, dass sich mit den richtigen Fragen beschäftigt wird, ist, dass sie jemand stellt. Deshalb rufen wir euch auf: stellt diese Fragen, entwickelt und beantwortet sie gemeinsam! Prüft an ihnen auch eure Wahlentscheidung, und trefft sie politisch! Die linke Besetzung des Studierendenparlaments und des akademischen Senats spielen für die Eingreifmöglichkeiten aller Unimitglieder eine positive Rolle. Bei der AS-Wahl ist unsere Empfehlung daher die Liste 4, “Bündnis für Aufklärung und Emanzipation” (BAE!). Nutzt aber auch die bestehenden Möglichkeiten, beteiligt euch an der Unterschriftenkampagne „Verbesserungen beginnen“ sowie an Demonstrationen und lest kritische Publikationen! Und, nicht zuletzt, tauscht euch aus und organisiert euch, in Fachschaftsräten, Hochschulgruppen oder anderen Zusammenhängen. Dann kann aus einer erfreulicheren Gegenwart eine erfreulichere Zukunft werden!