Dez 032016
 

Habemus Wahlkampf: Die Wahl zum Studierendenparlament steht wieder an! Ab dem 8. Dezember sind alle Briefwahlunterlagen versendet, die dann bis zum 02.01.17 eingegangen sein müssen. Urnenwahl findet vom 16.01.17 bis 20.01.17 statt. Nachfolgend findet ihr unsere große Listendarstellung und hier eine Übersicht über alle Listen.

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Raus aus der Entfremdung

plakat-sds-rev01Wir sind an die Uni gekommen, um die Welt in ihrer widersprüchlichen Geschichte und Gegenwart zu durchdringen, damit wir sie verbessern und uns zu mündigen Persönlichkeiten entwickeln. Doch die aktuelle Studienstruktur drängt andere Fragen auf: Bringt das Seminar mir ausreichend Credit Points für mein Leistungskonto? Welche Kompetenzen sollte ich noch für mein Portfolio erwerben? Wie bekomme ich einen der verknappten Masterplätze? So werden wir von unseren Mitstudierenden, vom befreienden Inhalt sowie den Ergebnissen unserer Lernprozesse und dem Wesen der Wissenschaft entfremdet. Das gesamte Treiben an der Hochschule erscheint als etwas uns Äußerliches, eigentlich soziale Verhältnisse erscheinen als Verhältnisse zwischen Dingen. Und in wessen Interesse?

Für die Verbesserung der „internationalen Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Hochschulsystems“ (Bologna-Erklärung, 1999) und die Anpassung an Arbeitgeberinteressen wurde das Bachelor-Master-System eingeführt, damit Profite des Kapitals und Macht des Establishments gesichert werden. So wurden wir Studierenden in verschärfte Konkurrenz um die Fortführung des Studiums gesetzt (Masterplatz), Wissen in vorgefertigte Häppchen zerschnitten (Module) und diese mit einer Währung versehen (Leistungspunkte). Dieses System ist inhuman und insofern gescheitert.

Wir müssen es überwinden. Lassen wir unsere Hoffnungen auf menschenwürdige Lebensverhältnisse für alle nicht länger von neoliberalen Trümmern zuschütten. Überführen wir sie in politisches Handeln, um die Entfremdung aufzubrechen!

Wir müssen unser Ändern leben!

postkarte_16_1Was unternehmen wir gegen die sich brutalisierende Rechte, wie entziehen wir ihr (z. B. sozialpolitisch) den Nährboden; wie demokratisieren wir alle Lebensbereiche; wie trägt Wissenschaft zu einer weltweiten Friedensentwicklung bei; wie lösen wir die „Schuldenbremse“; was machen wir gegen das Politikprinzip der G20? Fragen, die uns die jetzigen Verhältnisse aufdrängen. In der zunehmenden Polarisierung zwischen solidarischer Lösung und reaktionärer Verschärfung der Krise (z. B. Sanders vs. Trump) sind emanzipatorische Bildung und Wissenschaft dringend notwendig.

Die Uni ist im besten Fall eine Weltverbesserungsinstitution. Dafür müssen wir kollektiv „Nein“ sagen zu Leistungsanforderungen und Anpassungsdruck. Und tendenziell das bereits gemeinsam realisieren, wofür wir als Bewegung wirken: Durch kritische Wissenschaft nehmen wir den gesellschaftlichen Verhältnissen ihren Schein der Natürlichkeit, um die Veränderbarkeit aufzuzeigen. Durch emanzipatorische Bildung begreifen wir unsere gemeinsame Geschichte und soziale Lage, und entwickeln so demokratische Handlungsfähigkeit zur Weltverbesserung. Denn die Veränderung der Gesellschaft und unsere eigene Veränderung gehen Hand in Hand: „Daher kann man sagen, dass jeder in dem Maße selbst anders wird, sich verändert, in dem er die Gesamtheit der Verhältnisse, deren Verknüpfungszentrum er ist, anders werden lässt und verändert. [...] Sich seine Persönlichkeit bilden heißt dann, wenn die eigene Individualität das Ensemble dieser Verhältnisse ist, ein Bewusstsein dieser Verhältnisse gewinnen, die eigene Persönlichkeit verändern heißt das Ensemble dieser Verhältnisse ändern“ (Antonio Gramsci)

Statt also Veränderung nur zu fordern und in der Alltagsroutine zu verbleiben: Lasst uns selbst die solidarische Alternative sein! Die Verfasste Studierendenschaft ist dafür die erkämpfte Möglichkeit.

Raus aus der Leistungspunktejagd: Kritische Wissenschaft!sds_2016_flyer-dinlang2

Die Verbindung von wenig inhaltlicher und struktureller Gestaltungsmöglichkeit im Studium und hohen gesetzten Anforderungen erzeugt massenhaft psychisches Leiden: Beim CampusKompass 2015 der Techniker-Krankenkasse gaben 44% der befragten Studierenden an, durch Stress erschöpft zu sein. Es ist also wichtig, sich ernst zu nehmen und von diesem (gesellschaftlichen) Problem zu berichten, anstatt sich für die angeblich unzureichende Leistungsfähigkeit zu schämen und gegenseitig „Klarkommen“ vorzuspielen. Lasst uns das Hamsterrad verlassen und gemeinsam darüber sprechen, was uns bewegt, um es wissenschaftlich zu bearbeiten. So können wir durch Studienreform, emanzipatorische Bildung und kritische Wissenschaft dazu beitragen, dass aus der Möglichkeit eines menschenwürdigen internationalen Zusammenlebens Wirklichkeit wird.

Raus aus der Verzweiflung: Sozialrevolutionäre Realpolitik!

Wir sollen uns Gedanken machen, wie die Miete bezahlt werden kann, ob und wann das BAföG kommt, wie wir die Lohnarbeit und das Studium unter einen Hut bekommen, usw… die prekäre soziale Lage der Studierenden ist, wie von anderen Bevölkerungsgruppen, politisch hergestellt. Die Ansage „Streng dich an, dann wartet nach dem Studium soziale Sicherheit!“ soll uns zur Anpassung erziehen. Doch Gegenwart und Zukunft werden nur dann weniger prekär, wenn wir uns dafür solidarisch einsetzen: Wir kämpfen für ein elternunabhängiges Studienhonorar für alle, weil Studieren gesellschaftlich notwendige Tätigkeit ist bzw. zu einer werden muss. Wir wirken für den Ausbau des Studierendenwerks, für besseren und günstigen Wohnraum für alle, als auch insgesamt für einen Ausbau der öffentlichen Daseinsvorsorge statt Schuldenbremsen-Politik.

Raus aus der Vereinzelung: Bewegung für eine „Welt des Friedens und der Freiheit“!

Im Schwur von Buchenwald haben befreite KZ-Gefangene als Konsequenz aus der Befreiung vom deutschen Faschismus die „Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“ und den „Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit“ als Losung ausgegeben, die bis heute nicht eingelöst ist.Wissenschaft muss sich also heute am Aufbau einer denazifizierten, demilitarisierten, demokratisierten und (politisch sowie wirtschaftlich) dezentralisierten Gesellschaft beteiligen, wie es damals im Potsdamer Abkommen der Alliierten 1945 gefasst wurde. Damit nehmen wir auch den Kampf gegen die heutige Rechte à la Trump, AfD und Le Pen auf, dieden neoliberalen Kapitalismus retten wollen und dafür Sündenböcke suchen. Statt nach oben zu buckeln und nach unten zu treten, lassen wir uns nicht spalten und vereinzeln. An der Hochschule heißt das auch tägliches Engagement für Friedenswissenschaft als Leitwissenschaft und für die Einführung einer Zivilklausel im Hamburgischen Hochschulgesetz!

So kämpfen wir um nichts Geringeres als eine zivile und soziale Welt. Studium, Wissenschaft und Uni müssen wir dafür demokratisieren, gesellschaftsverantwortlich orientieren und bedarfsgemäß öffentlich finanzieren. Als SDS* engagieren wir uns dafür in sozialpolitischen und antifaschistischen Bündnissen, im Bundesverband dielinke.SDS, Fakultätsräten, Fachschaftsräten, StuPa und AStA.

 

Jun 192015
 

Beschluss des Studierendenparlaments der Universität Hamburg vom 18.06.15:

Die Verfasste Studierendenschaft der Uni Hamburg beteiligt sich in dem Bündnis „NOlympia Hamburg – Etwas Besseres als Olympia“ und wird sich stadt-, hochschul- und wissenschaftspolitisch dafür einsetzen, dass die Olympischen Spiele verhindert werden – in Hamburg und überall.

Die Olympia-Fans aus Handelskammer und Senat wollen das „große Gemeinschaftserlebnis“ dafür nutzen, die hegemonial abgeschmackte Schuldenbremsen- und Standortpolitik verschärft fortzuführen und die massive soziale Spaltung in Hamburg im verordneten Freudentaumel des Mega-Events zu überpinseln. Als Mitglieder der Universität Hamburg, die zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft beitragen wollen (Leitbild der Universität), werden wir gegen die Lügen, Verschleierungen und falschen Versprechungen über die wirkliche Funktion und Folge von Olympia aufklären:

Das IOC: Blanko-Scheck für Profite

Obwohl in der Schweiz als gemeinnütziger Verein eingetragen, ist das IOC real eines der größten privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen der Welt. Es macht Milliardengeschäfte durch Werbeeinnahmen, exklusiven Sponsorenverträgen, Fernsehübertragungsrechten und der Vermarktung der „Marke Olympia“. Das IOC steht für Bereicherung, Korruption, Bestechung, Doping-Verschleierung und Kollaboration mit diktatorischen Regimen zu Gunsten einiger weniger. Die Personifizierung dieses Prinzips ist Antonio Samaranch, der als ehemaliger Funktionär des faschistischen Franco-Regimes 21 Jahre lang Präsident des IOC war.

Zur Durchführung dieses Geschäftsmodells zwingt das IOC den Ausrichtern sog. Host-City-Contracts auf, die der Stadt die volle Haftung auferlegen und den IOC von sämtlichen Steuern und Zöllen befreien. Außerdem müssen zu allen Sportstätten Extra-Fahrspuren, Extra-Buffets und lächelndes Hotel-Personal für die IOC-Funktionäre zur Verfügung gestellt werden. Ein Olympia-Schutzgesetz gewährt dem IOC einen markenrechtlichen „Schutz“ auf seit der Antike zum allgemeinen Sprachgebrauch gehörige Begriffe wie Olympia, Olympiade oder olympisch.

Kalkulierte Kostenexplosion: Sozialisierung der Ausgaben, Privatisierung der Einnahmen

Laut einer Studie der University of Oxford betrug die durchschnittliche Kostensteigerung bei der Durchführung von Olympia zwischen den in den Bewerbungsunterlagen angegebenen und den sieben Jahre später real entstandenen Kosten 179 Prozent. Das wird in Hamburg nicht anders sein: Allein die Erschließung des Kleinen Grasbrooks berechnet die Stadt in einer Studie von 2009 mit 2,5 Mrd €. Wir wollen keine weiteren Elbphilharmonien! Wir treten ein für eine keynesianische Wende von gesellschaftlich sinnvolle Mehrausgaben in die öffentlichen Sozial,- Bildungs-, Kultur-, Sport- und Gesundheitseinrichtungen.

„Sicherheit“ und Militarisierung

Auch das Sicherheitskonzept soll dem Bild friedlicher Spiele in einer offenen und demokratischen Gesellschaft entsprechen. Es soll so wenig Beeinträchtigungen von Bürgerrechten wie möglich und nur so viel Kontrolle und Überwachung wie zwingend notwendig geben.“ (Koalitionsvertrag von SPD und Grünen)

Diese offenbarende Formulierung lässt erahnen, welche massiven Eingriffe in die Grundrechte durch Olympia auf uns warten würden. In London kamen circa 23.700 „Sicherheitskräfte“, darunter 7.000 Angehörige der Armee, ein Kriegsschiff der Royal Navy und ein Einsatzgeschwader der Royal Air Force zum Einsatz. Olympia würde also permanenten Ausnahmezustand durch Bundeswehr im Innern oder der Wiedereinrichtung der Gefahrengebiete bedeuten. Damit sollen wir unter dem Deckmantel Olympia an Krieg und Armee gewöhnt werden, weil ein Großteil der Bevölkerung für zivile Konfliktlösung ausspricht.

Wir wollen die Kriegsablehnung in der Bevölkerung für offensives Friedensengagement bestärken, denn die zivile Entwicklung der Gesellschaft entgegen der Profitmacherei ist nötig und möglich. In diesem Zusammenhang streiten wir auch weiter für die Einführung der Zivilklausel für die Wissenschaft.

Umweltbelastung

Die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen ist eine offensichtliche Folge bisheriger olympischer Spiele. Deswegen sollen uns die Spiele in Hamburg auch als nachhaltig verkauft werden. Das ist Augenwischerei bei einem internationalen Großevent bei dem riesen Stadions für zwei Wochen gebaut, diverse Sportstätten bereits nach jetzigem Konzept erst aus- und dann wieder zurückgebaut werden, ein einzigartiger Naturraum z.B. rund um die Dove Elbe unwiederbringbar vernichtet wird, vom Kleinen Grasbrook Hafenbetriebe verlegt werden müssen und McDonald’s das Catering übernimmt. Anstatt zu Gunsten von Profite die natürlichen Grundlagen menschlichen Lebens nicht zu beachten, sondern sie zu zerstören, setzen wir uns als Wissenschaftsbetreibende für ein produktives Mensch-Natur-Austauschverhältnis ein.

Menschenbild

„Dabei sein ist alles“ ist bei Olympia längst passé. Mittlerweile werden gedopte Gladiatoren als Werbeflächen und Verwertungsmaschinen von Medaillen, Rekorden und Spektakeln durch die Manege gejagt. In dieser Zuspitzung soll die neoliberale Leistungsträger-Ideologie reproduziert werden, welche strukturell-gesellschaftliche Probleme individualisiert und zu einer Frage der „Eigenverantwortung“ machen will.

Weil der Mensch aber kein dem einzelnen Individuum innewohnendes Abstraktum ist, sondern das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse, kämpfen wir für die Realisierung eines aufgeklärten Menschenbilds, das menschliche Tätigkeit als kooperativ, egalitär und solidarisch begreift.

Spiele ohne Brot – die gesellschaftliche Funktion von Olympia

Die Spiele können ein großes Gemeinschaftserlebnis für die Hamburgerinnen und Hamburger werden, das viele Grenzen überwindet: Jung und alt, einheimisch und zugewandert, arm und reich.“ (Koalitionsvertrag von SPD und Grünen)

Der Senat versucht mit Olympia von der durch ihn verschärften sozialen Spaltung abzulenken. Denn Senat betreibt menschenverachtende Politik gegenüber Flüchtlingen („einheimisch und zugewandert“). Hamburg ist die Hauptstadt der Altersarmut („jung und alt“) und die reichste Stadt Deutschlands mit über 42.000 Millionären bei über 400.000 Menschen unter der Armutsgrenze („arm und reich“). Die Durchführung olympischer Kommerzspiele würde diese Spaltung massiv verschärfen.

Universität Hamburg: offensive Gegnerin zu Olympia?

Der Senat versucht die Universität Hamburg für seine „Spiele ohne Brot“ vor den Karren zu spannen und nutzt die dafür politisch herbeigeführte prekäre finanzielle Situation der Hochschulen. Die Universität ist aber eigentlich Ort der Aufklärung und gesellschaftlicher Reflexion, von dem aus wir offensiv gegen die Olympia-Bewerbung und für humane Stadtentwicklung eingreifen wollen. Insbesondere eine Universität, die sich selbst „Universität der Nachhaltigkeit“ nennt, muss erkennen, dass nachhaltige Spiele nicht möglich sind und deswegen dafür wirken, dass diese Spiele nicht nur nicht in dieser, sondern in gar keiner Form stattfinden. In der Uni Hamburg existieren derzeit noch sehr unterschiedliche Auffassungen zu Olympia. Von der Auftragsforschung zur Bewertung der Auswirkungen auf das Image und den monetären Wert der Marke Hamburg (BWL) über die Hoffnung auf Inklusionsförderung im Zuge der Spiele bis hin zur Erforschung des Zusammenhangs von Capitalism, Dictatorship and Olympic Gold (Jura). Dies entspricht auch der widersprüchlichen Haltung der Hamburger Bevölkerung zu Olympia in der Stadt. 64% sind laut Umfrage dafür, während in der gleichen Umfrage eine Mehrheit der Menschen von explodierenden Kosten ausgeht.

Häufig ist die Befürwortung von Olympia in der Bevölkerung mit der Befürwortung von höheren staatlichen Investitionen in die öffentliche Infrastruktur begründet. Der dahinter liegende Anspruch, gesellschaftlich notwendige Investitionen zu tätigen, muss ausgebaut werden zu einer Anti-Schuldenbremsen-Position, die die Aufgabe gesellschaftlicher Einrichtungen darin sieht, zur Entwicklung einer humanen, demokratischen, sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft beizutragen.

So können wir anschließend an den „Kampf um die Zukunft“ und den „Heißen Herbst“ unsere Aktivitäten weiterentwickeln hin auf eine Ausfinanzierung der Hochschulen zum allgemeinen Wohl statt der Anbiederung an IOC, Handelskammer und Senat.

In Einheit damit kämpfen wir weiter für öffentliche Investitionen: für den massiven Ausbau des gemeinwohlorientierten und sozialen Wohnungsbaus, für den Ausbau von ÖPNV, Bildungs-, Kultur-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, für ein schlaglochfreies Straßennetz.

Das Studierendenparlament beauftragt den AStA damit, ein Anti-Olympisches Komitee an der Uni Hamburg zu gründen, die kritisch-wissenschaftlichen Aktivitäten aller Hochschulen zu Olympischen Spielen perspektivisch im Rahmen einer Konferenz zu bündeln und zum Start des Wintersemesters eine intensive Kampagne zur positiven Entscheidung des Referendums, also der Ablehnung der Spiele, zu realisieren.

Okt 292013
 

Synagoge am Bornplatz, Hamburg 1906

Uns wurde bewußt, daß unserer Sprache die Worte fehlen, um diese Beleidigung, diese Zerstörung des Menschen zu beschreiben.
(Primo Levi, italienischer Schriftsteller und Chemiker, Überlebender des Holocaust)

Die Reichspogromnacht jährt sich dieses Jahr am 9./10. November zum 75. Mal. In ganz Deutschland fielen organisierte Nazis und deutsche Bürger*Innen über Jüdinnen und Juden her, waren für den Tod von etwa 400 Jüdinnen und Juden verantwortlich und zerstörten über 1.400 jüdische Einrichtungen. Seien es Synagogen, Geschäfte, Wohnungen oder andere Einrichtungen, das Ziel dieser Zerstörungswut war die Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland. In den folgenden Tagen der Reichspogromnacht wurde die industrielle Vernichtung in den Konzentrationslagern eingeleitet, bundesweit wurden ungefähr 30.000 Jüdinnen und Juden deportiert.
Auf dem heutigen Josef-Carlebach-Platz (angrenzend an den Allende-Platz hinter dem ErzWiss-Gebäude) stand die Bornplatz-Synagoge, welche in der Reichspogromnacht geschändet wurde. In dieser Nacht wurde die Inneneinrichtung zerstört, später wurde die Synagoge von den Nazis durch Feuer gänzlich zerstört und die jüdische Gemeinde wurde gezwungen, die Überreste zu entfernen. In den darauf folgenden Tagen wurden etwa 1000 Hamburger Jüdinnen und Juden in die Konzentrationslager Fuhlsbüttel und Sachsenhausen deportiert. Einige kamen der Verschleppung durch Selbstmord zuvor.
Die Reichspogromnacht stellte auch in Hamburg die Wende von einer umfassenden Diskriminierung zur gezielten Verfolgung und Vernichtung dar. Das Grindelviertel, welches auch den Beinamen “Klein-Jerusalem” trug, war als Zentrum jüdischen Lebens in Hamburg in besonderer Weise Ziel nationalsozialistischer Vernichtungsbemühungen.
Die Pogrome waren nur möglich, weil jegliche gesellschaftliche und politische Opposition zum Nationalsozialismus bereits seit 1933 vehement zerschlagen oder in die Illegalität vertrieben wurde.

Man spricht vom drohenden Rückfall in die Barbarei. Aber er droht nicht, Auschwitz war er; Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortdauern.
(Theodor W. Adorno: Erziehung nach Auschwitz)

Die hier geschilderten grausamen Ereignisse sind auch heute noch notwendigerweise, in Bezug auf ihre Bedeutung, aktuell. Sie dienen als Mahnung und Lehre, den antifaschistischen Kampf fortwährend zu führen und sie zeigen uns, welche gesellschaftlichen Positionen die Grundlage für rassistische und faschistische Verbrechen sind.
Schon vor der Machtübertragung ’33 an die Nazis waren Studierende und Burschenschaften an den Unis glühende Anhänger der nationalsozialistischen Ideologie. Verbindender Kitt waren ausgeprägter Nationalismus (insbesondere die empfundene Schmach über den Friedensvertrag von Versailles), Antisemitismus und der Faschismus-befürwortende autoritäre Charakter.
Rechte Gesinnung und Burschis haben wir auch heute noch an den Unis, wohl in anderer Ausprägung als damals, aber das macht sie nicht weniger gefährlich oder antifaschistische Arbeit weniger notwendig.
In Zeiten von Konkurrenz und Leistungszwang finden sie wieder Anknüpfungspunkte für ihre Ideologie, die die Ungleichheit verabsolutiert und über Rassismus und Klassismus versucht, elitäre Strukturen zu etablieren und Teil der Herrschenden im Kapitalismus zu sein.

Dem gilt es sich zur Wehr zu setzen! Burschis bekämpfen, Apologeten der Ungleichheit kritisieren, Konkurrenz-schaffende Mechanismen hinterfragen!

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Mahnwache
Anlässlich des 75. Jahrestags der Reichspogromnacht
am Donnerstag, den 7. November 2013
von 15.00 – 17.00 Uhr
auf dem Joseph-Carlebach-Platz (Grindelhof)

Flugblatt

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Veranstaltung des Auschwitz-Komitees zum Gedenken an die Pogromnacht 1938
GEGEN DAS VERGESSEN
Die Leere in Slonim – Erinnerung an Vernichtung und Widerstand
Donnerstag, 7. November 2013, 19.3O Uhr
Hörsaal 1, VMP 9 (ehem. HWP)

Ankündigung

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Link zum dazugehörigen Flugblatt hier

Jun 052012
 

Wer austeilt muss auch einstecken können

Zum 60-jährigen Bestehen der BILD plant der Springer-Verlag, am 23. Juni 2012 allen 41 Millionen deutschen Haushalten eine BILD zu schicken. Das nehmen wir zum Anlass, uns mit dem Springer-Konzern, seiner Medienmacht und der gesellschaftlichen Funktion und Wirkung auseinanderzusetzen. Verschiedene Protestaktionen anlässlich des BILD-Geburtstags sind schon gelaufen, laufen noch oder sind in Planung. An der Uni Hamburg organisiert der SDS* zwei Veranstaltungen zu dieser Thematik. (siehe rechte Seite)

Die BILD-Zeitung gehört zur Axel Springer AG, einem der einflussreichsten Medienkonzerne Europas, und ist die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland. Sie nimmt also eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung im öffentlichen Diskurs ein. Doch welche Meinungen werden in der BILD und in anderen Medien des Verlages vertreten und welche gesellschaftliche Funktion nehmen sie ein?

Kritik an der BILD-Zeitung wird häufig formuliert, mal fundiert, mal eher oberflächlich. Auf mehreren Ebenen werden in dieser Zeitung Positionen vertreten und salonfähig gemacht, die die bestehenden Verhältnisse mindestens bejahen, reproduzieren bzw. stabilisieren, wenn nicht sogar die kapitalistische Konkurrenzgesellschaft manifestieren. Beispielsweise die Debatte um die Euro-Krise zeigt, wie die BILD-Redakteur*Innen dazu beitragen, ganze Bevölkerungen gegeneinander aufzuhetzen und unter Anderem die ökonomisch-strukturellen Ungleichheiten auf biologistische oder nationale Eigenschaften zurückführen. Mit diesen Diffamierungen trägt die BILD aktiv zu einem gesellschaftlichen Klima bei, in dem nationalchauvinistische Positionensalonfähig sind.

Wichtig bei der Kritik ist es daher, die Rolle des Axel Springer Verlages, und im Speziellen auch die der BILD-Zeitung, im gesamtgesellschaftlichen Diskurs nicht außer Acht zu lassen und diese kritisch zu diskutieren.


Medienmacht im Kontext gesellschaftlicher Spannungsverhältnisse“

am Do, 14.06.2012, 18.30 Uhr, S27, VMP 9 (HWP) mit Dietrich Hildebrandt

Die Feindschaft zwischen der BILD-Zeitung und der Studentenbewegung der „68er” war groß und beinhaltete z.T. blutige Auseinandersetzungen, Aktionen und breite Kritik am Axel Springer Konzern. Wie war die Lage damals? Wie sah die Berichterstattung der BILD aus? Welche Funktion im öffentlichen Diskurs und in der Gesellschaft nahm die BILD-Zeitung damals ein? Welche Kritik wurde daran formuliert? Die Meinungsmache gegen die Studentenbewegung wurde offensiv betrieben und war ebenso Ausdruck eines gesellschaftlich weit verbreiteten Antikommunismus. Deswegen wollen wir uns mit diesen Fragen anhand eines Input-Referats von Dietrich Hildebrandt auseinandersetzen. Dietrich Hildebrandt ist heute freier Sozialwissenschaftler. Er war seit 1967 Mitglied im SDS und 1970 AStA-Vorsitzender an der Universität Heidelberg, dort sehr aktiv in der Studentenbewegung und an den Protesten gegen die Auslieferung der BILD-Zeitung beteiligt.

FB-Link zum Event: www.facebook.com/events/323691977707934/

Alle gegen BILD“ am Di, 19.06.2012, 20.00 Uhr, S28, VMP 9 (HWP)

mit zwei Aktivist*Innen aus Berlin

Die Kampagne “Alle gegen BILD” ruft dazu auf, im Vorfeld der Zustellung der BILD-Zeitung zu widersprechen. Zum einen soll dadurch der logistische Aufwand für den Springer-Konzern erhöht und die Einnahmen durch Werbeanzeigen gesenkt werden. Zum anderen soll durch diese symbolische Aktion eine neue Debatte über die BILD-Zeitung und den Springer-Verlag sowie generell über die Medienlandschaft angestoßen werden. Bis jetzt haben sich schon über 220.000 Menschen an der Aktion über die Seite der Kampagne: www.alle-gegen-bild.de und über die Seite von campact: www.campact.de/bild/home beteiligt. Ein guter Start um sich wieder mit Kritik an BILD, Axel Springer und Medien zu beschäftigen.

Zur Vorstellung dieser Kampagne und zur Diskussion über die aktuelle Kritik an dieser Tageszeitung und dem zugehörigen Konzern haben wir zwei Aktivist*Innen aus Berlin eingeladen.

Jan 282012
 

Seit heute Nacht stehen die Ergebnisse der StuPa-Wahl fest.

GeiWi-Liste 3 Sitze (-1)

Liste Links 3 Sitze (+1)

MIN-Liste 3 Sitze (+3)

Fachschaftsbündnis 1 Sitz (+/-)

SDS 3 Sitze (+/-)

Mediziner-Liste 3 Sitze (+1)

WiWi-Liste 3 Sitze (-1)

EPB-Liste 2 Sitze (+/-)

Jura-Liste 2 Sitze (+/-)

pirat*inn*en 2 Sitze (+2)

RCDS 2 Sitze (+1)

Campus Grün 7 Sitze (+/-)

Harte Zeiten 1 Sitz (-1)

Regenbogen 5 Sitze (-1)

Jusos 7 Sitze (+/-)

LHG 0 Sitze (-1)

Damit besteht das neue Studierendenparlament aus 15 Listen (letztes Jahr waren es 14). Neu dieses Jahr sind die pirat*inn*en und die MIN-Liste. Wir konnten unser Ergebnis von 3 Sitzen halten. Die Liberale Hochschulgruppe (LHG) bleibt unter der 2,5% Hürde und fliegt somit als einzige Liste wieder aus dem Studierendenparlament heraus.

Zusammensetzung des neuen StuPa

 

 

Nov 062011
 

UPDATE:

Für alle interessierten wollen wir heute ab 19 Uhr im Cafe Knallhart über folgende zwei Fragestellungen diskutieren:

1. Wie und wann können wir die Veranstaltung nachholen?

2. Welche weiteren Möglichkeiten/Aktionen gibt es, auf das Thema aufmerksam zu machen bzw. es zu behandeln?

 

Veranstaltung fällt aus!

Leider müssen wir die für Dienstag geplante Podiumsdisskusion zum Thema “Altersfeststellungen” absagen. Einige Diskutant*innen sind erkrankt und können von uns so kurzfristig nicht nachbesetzt werden.

Für alle die aber sowieso ein allgemein Interesse am Thema haben, versuchen wir eine interessante Alternative zu finden. Bitte schaut kurzfristig noch einmal auf unserer Homepage nach.

Eure

SDS-Hochschulgruppe an der Uni Hamburg

Okt 182011
 

Im Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf werden zwangsweise Altersfeststellungen an minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen durchgeführt. Diese Vorgänge bestehen aus dem Begutachten der Weißheitszähne, des Haarwuchses, sowohl im Brust- als auch im Intimbereich, dem Röntgen des Handwurzelknochens und dem Vermessen der Körpergröße. Diese Praxis und die Verwertbarkeit ihrer Ergebnisse sind ethisch, moralisch, wissenschaftlich, politisch und juristisch hoch umstritten.

Altersfeststellungen werden durchgeführt, um die „Fiktivsetzungen“ des Alters von Flüchtlingen durch die Ausländerbehörde zu überprüfen. Im Gegensatz zu einheimischen Jugendlichen gelten Flüchtlinge bereits mit 16 Jahren als „voll handlungsfähig“ im Sinne des Gesetzes. Bei einer Altersfeststellung von über 18 Jahren verlieren sie zusätzlich noch das Recht auf Unterbringung in einer Jugendeinrichtung, Schutz vor Umverteilung in andere Bundesländer und das Anrecht auf Schulbesuch. Auch eine Abschiebung ist dann leichter und schneller durchführbar.

Das Studierendenparlament hat am 27. Januar nach langer Bedenkzeit beschlossen, die „Fiktivsetzungen“ des Alters von Flüchtlingen durch Ärzte abzulehnen und sich damit einer entsprechenden Entscheidung des 110. Deutschen Ärztetages anzuschließen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass das UKE sich an einer politischen Praxis beteiligt, die Flüchtlinge möglichst schnell und kostengünstig los werden will.

 

Aus diesem Grund möchten wir informieren & diskutieren:

Infoveranstaltung

Dienstag, 1. November 2011, 19:00 Uhr

T-Stube im Pferdestall (Fachbereich Sozialwissenschaften/Allende-Platz 1)

Wie haben Betroffene die Vorgänge erlebt und wie ist die derzeitige Rechtslage?

 

Podiumsdiskussion

Dienstag, 8. November 2011, 19:00 Uhr

HWP/Fachbereich Sozialökonomie, Von-Melle-Park 9 (Raum 007)

eingeladen:
Prof. Püschel (UKE/Institut für Rechtsmedizin)
Fanny Dethloff (Flüchtlingsbeauftragte ev. Kirche)
Mehmet Yildiz (MdHB/Die Linke)
Arno Münster (MdHB/SPD)

Mai 222011
 

Das Studierendenparlament der Uni Hamburg hat sich auf seiner Sitzung am 19. Mai gegen die sog. „Extremismusklausel“ des Bundesfamilienministeriums ausgesprochen und sich mit den Protesten gegen die an der Fachhochschule Rauhes Haus durchgeführte Extremismusstudie solidarisiert.
Der Beschluss kam durch einen Antrag der Hochschulgruppe SDS zustande. Grundlage bildete die gemeinsame Erklärung der Bundesverbände von Linksjugend.[`solid], Grüne Jugend und Jusos, „Extremismusklausel kassieren!“ vom 7. April:

www.linksjugendsolid.de/…/extremismusklausel-kassieren/

Der StuPa-Abgeordnete Jan Vahlenkamp sagt hierzu:

Die Mehrheit der Verfassten Studierenschaft hat hier klar Position bezogen und sich gegen die Verzahnung von Wissenschaft, politischen Strategien und Geheimdiensten ausgesprochen. Wir unterstützen den AStA des Rauhen Hauses und fordern den Abbruch der dort durchgeführten Extremismusstudie.“

Der mehrheitliche Beschluss kam gegen die vehemente Ablehnung der Juso-Hochschulgruppe zustande, die nicht davor zurückschreckten, Mitglieder der SPD als „extremistisch“ zu diffamieren und in die Nähe eines „Schwarzen Blocks“ zu stellen.

Des Weiteren beschloss das Studierendenparlament am kommenden Donnerstag eine uniweite Vollversammlung einzuberufen, zu der auch Senatorin Stapelfeldt eingeladen werden soll. Themen werden die geplanten massiven Kürzungen an der Uni sowie die Forderung nach einer sofortigen Abschaffung der Studiengebühren sein.

Einen AStA hat die Uni Hamburg derweil nicht. Der Alte (zuletzt ohnehin nur noch kommissarisch im Amt) ist entlastet, ein neuer noch nicht gewählt.

Mai 192011
 
Wo: Café Knallhart
Wann: 20.05.2011 – 16 Uhr offenes Ende + Wochenende

Aktionsvorbereitung und Vernetzung für….

Darum gehts:
  • Budgetkürzung der Uni
  • Die inhaltliche Ausrichtung des FB- Sozök.
  • und andere universitäre Themen
….ein ausfinanziertes, gebührenfreies und kritisches Studium!
Mai 172011
 

Gebührenfrei Move Hamburg Studiengebühren 25.05.2011Hinter Flyer, Move und anderen Aktionen stecken Studierende vieler Hamburger Hochschulen, Asten und andere Institutionen. Die SDS Hochschulgruppe der Uni- versität Hamburg beteiligt sich in den nächsten Wochen wieder an zahlreichen Aktionen zur sofortigen Gebühren- freiheit und steht hinter der gemeinsame Forderung ist:

Studiengebührenfreiheit und bedarfsdeckende Hochschulfinanzierung – sofort!

Wir rufen alle menschen auf, diese Forderungen zu unterstützen und sich zu beteiligen! Wir solidarisieren uns mit den Aktionen und Forderungen der Studierenden aus Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen gegen Bildungsgebühren.

Wir fordern:

Forderungen, Abschaffung der Studiengebühren sofort, Rücknahme der Kürzungen

Studiengebühren verschärfen die soziale Selektion im Bildungssystem, die Kommerzialisierung der Bildung und schränken die demokratische Teilhabe an Hochschulen ein. Durch den verstärkten Zwang neben dem Studium zu arbeiten, haben Studierende immer weniger Zeit sich kritisch am Wissenschaftsprozess zu beteiligen und die Hochschulen aktiv mit zu gestalten. ohne die soziale Belastung der Gebührenzahlungen kommt wieder mehr Zeit und Muße ins Studium. ohne die gebührenvermittelte Ideologie, Bildung müsse sich rentieren, kann der Beitrag der Wissenschaften zu Bildung, Kultur und menschenwürdigen Bedingungen für alle entwickelt werden. Die Gebührenfreiheit ist eine Voraussetzung für die soziale Öffnung der Hochschulen.

Nach Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland haben nun auch die Regierungen Baden-Württembergs und Hamburgs beschlossen, die Studiengebühren abzuschaffen. Allerdings nicht sofort, sondern erst im Sommersemester 2012 bzw. im Wintersemester 2012.

Das geht jedoch viel schneller. Denn durch eine studentische Bewegung, die in vielfältigen Protesten zum Ausdruck kam, wie Boykotten, den Bildungsstreik, Urabstimmungen, Unterschriftensammlungen und Demonstrationen ist der Anspruch gebührenfreier Bildung in der Bevölkerung weit verbreitet. Unter anderem dadurch kam die SPD auch in Regierungsverantwortung und diesen Erfolg der Bewegung muss sie nun nachvollziehen.

Es stellt sich die Frage, warum die SPD ihren Ankündigungen nach den Studierenden weitere zwei Semester Studiengebühren zumuten will. Jedenfalls ist es naheliegend, dass die Studierenden mit dem populistischen versprechen eingeschläfert werden sollen, statt mutiger zu werden und mehr Fortschrittliches durchsetzen zu wollen. Erzählt wird uns, die sofortige Abschaffung sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. das ist aber unsinnig, denn allein die Zinslast, die aus den gestundeten Gebühren resultiert, beträgt im Jahr 2012 bereits mindestens fünf Millionen Euro und steigt weiter. Es ist auch nicht plausibel, dass für Banken und Prestigeobjekte jedes Geld sofort zu haben ist, für die Gebührenfreiheit aber 40 Millionen nicht aufzutreiben seien. Insbesondere bei vorhergesehenen Steuermehreinnahmen von über 130 Milliarden Euro bis 2014 in der BRD.

Wir fordern die sofortige Abschaffung der Studiengebühren!

Im gemeinsamen Faltflyer zum “Studiengebühren weg. SOFORT! Move” findet ihr weitere Informationen. Wir sehen uns am 25.05.2011 um 16 Uhr auf dem Rathausmarkt.