Apr 052013
 

Veranstaltungsreihe des AStA der Uni Hamburg im April und Mai zu Prekaritätsbegriff und prekärer Arbeit an Hochschulen

“Obwohl diese Gesellschaften von Sicherungssystemen umgeben und durchzogen sind, bleiben die Sorgen um die Sicherheit allgegenwärtig. Dieser beunruhigenden Einsicht kann man nicht einfach dadurch ausweichen, dass man das Gefühl der Unsicherheit zu einer bloßen Wahnvorstellung der Bessergestellten erklärt, die den Preis an Blut und Tränen vergessen und aus den Augen verloren haben, wie grausam und unerbittlich das Leben in früheren Zeiten war.”
Robert Castel

In dieser Veranstaltungsreihe soll das Phänomen der Prekarisierung in den Fokus gelangen. In Medien und der Öffentlichkeit scheint es einen inflationären Gebrauch zu geben. Daher wird es zu Beginn einen wissenschaftlichen Input geben, der ein klareres Bild vermitteln soll. Anschließend werden in drei weiteren Veranstaltungen Bereiche an der Hochschule thematisiert, die von Prekarisierung betroffen sind.

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Prekäre Arbeit
Überlegungen zu Charakterisierung und Erzeugung
am 10.04.2013 um 19 Uhr
in Raum S 7, VMP 9

In den vergangenen Jahren hat der Prekaritätsbegriff eine bemerkenswerte
Konjunktur erlebt. Dies hatte den Nebeneffekt, dass inzwischen alles und nichts als prekär bezeichnet wird, was den Begriff wissenschaftlich wie politisch fast unbrauchbar macht. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe zu prekärer Arbeit an der Universität sollen daher zwei Fragen im Mittelpunkt stehen: Was ist prekäre Arbeit – wie kann man sie definieren, von anderen Phänomenen abgrenzen und in der konkreten Arbeitsrealität verorten? Und: Wie wird Prekarität erzeugt – welche Rolle spielen Unternehmen, der Staat und Individuen bzw. Haushalte bei der Erzeugung prekärer Arbeitsverhältnisse? Mit
Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja.

http://www.facebook.com/events/428298680592680/

Studentische Beschäftigte
Zwischen Studium und Arbeit
am 17.04.2013 um 19 Uhr
in Raum S 7, VMP 9

Das Arbeitsverhältnis studentischer Beschäftigter divergiert stark, von Bundesland zu Bundesland, von Aufgabenbereich zu Aufgabenbereich. Gemeinsam ist ihnen, dass ein großer Teil universitärer Arbeit, sei es in Forschung und Lehre oder in Technik und Verwaltung, von Studierenden geleistet wird. Auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Bereichen findet hier eine Ausbeutung statt. Aus der Doppelrolle als Studierende und Arbeitende am selben Ort ergeben sich Probleme und Möglichkeiten. In dieser Veranstaltung soll es daher zum einen um eine Schilderung der Rahmenbedingungen gehen, zum anderen um mögliche Perspektiven der Organisierung und Verbesserung.
Mit Marco Unger, Bundessprecher der Studierenden in der GEW.

http://www.facebook.com/events/435276203230610/


Outsourcing an der Hochschule

Darlegung und mögliche Gegenwehr
am 24.04.2013 um 18 Uhr
in Raum S 7 , VMP 9

Outsourcing findet immer häufiger statt und hat einen starken Beitrag zur Prekarisierung der Arbeitswelt. Die Folgen sind eine Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse von Arbeitnehmer*Innen: Geringe Löhne, befristete Stellen, eine fehlende Personalvertretung sind keine Seltenheit. Auch an Universitäten tritt das Phänomen des Outsourcing immer häufiger auf. An der Uni Hamburg sind die Bereiche des Sicherheitsdienstes und Reinigungspersonals zu großen Teilen an externe Firmen ausgelagert. Die Folge ist auch hier eine erhebliche
Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und der Ausschluss von den Prinzipien der Gruppenuni. Diskutiert und erörtert werden soll, welche Mechanismen und Ursachen dieser Entwicklung zu Grunde liegen und wie entgegengewirkt werden kann.
(Referent*In folgt)

http://www.facebook.com/events/374084296040573/

Das wissenschaftliche Prekariat
Der universitäre Mittelbau im Fokus
am 08.05.2013 um 18 Uhr
in Raum S 7 , VMP 9

In Zeiten eines Bedeutungszuwachses der Hochschulen bei der Bewerkstelligung gesellschaftlicher Aufgaben und steigender Studierendenzahlen bedarf es einer wissenschaftlichen Basis an Beschäftigten. Dass gerechte Arbeitsbedingungen und gute Forschung und Lehre nur zwei Seiten einer Medaille sind, scheint oftmals vergessen. Im Gegenteil erhöht sich der Druck durch vorausgesetzte Drittmitteleinwerbung und stark befristete Verträge. In dieser Veranstaltung soll geschildert werden, welche Mechanismen die Vereinzelung im Wissenschaftsbetrieb erzeugen und anhand von Einzelbeispielen soll die prekäre Lage verdeutlicht werden.
(Referent*In folgt)

http://www.facebook.com/events/559355264097588/

Bei weiteren Fragen:
gabriel.riesner@asta-uhh.de