Apr 152011
 

Das Grrrinsen der Prekarität lauter überall!
EuroMayDay 2011 Hamburg SDS Hochschulgruppe Uni Hamburg
Überall grinsen sie, an alle Ecken und Enden, die blauen Katzen, deren Mund sich von einem Ohr zum anderen zieht. Der Park Fiction ist voll von bunten Menschen. Die Sonne scheint, die Musik ist laut und die Füße tanzen. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen. An den Menschen, an den Mauern, auf der Straße, überall klebt grün-weißes Absperrband, auf dem steht: „Die Stadt ist unsere!“. Was machen die alle hier?
EuroMayDay Stadt neustarten SDS Hochschulgruppe Uni Hamburg
Sie feiern die „EuroMayDay-Parade“, wie letztes Jahr am 1. Mai 2010 in Hamburg. Da startete die Parade, wie auch in diesem Jahr, mit vielen Menschen hinter blauen grinsenden Katzenmasken, im Park Fiction. Doch was ist der EuroMayDay? Im Jahre 2001 haben zum ersten Mal Aktiv-ist_innen aus Italien, Frankreich und Spanien unter dem Namen „EuroMayDay“ zu einer Parade am 1. Mai aufgerufen, die dann damals in Mailand auch stattfand. Mittlerweile rufen verschiedene Gruppen in unzähligen Städten Europas zu EuroMayDay-Paraden auf. So auch in Hamburg!
EuroMayDay Grrrrinsen SDS Hochschulgruppe Hamburg
Die Idee „EuroMayDay“ entstand, um auf die zunehmende Prekarisierung von Menschen, sei es durch ihre Beschäftigungsverhältnisse oder durch ihre Lebensform, aufmerksam zu machen. Die Prekarisierung in Leben und Arbeit voll-zieht sich in den verschiedenartigsten Formen. Ein Hauptanliegen des Bündnisses ist es, diesen Formen, die durch die klassischen Gewerkschaftsproteste nicht (mehr) vertreten und organisiert werden können, eine Stimme zu geben. Jede Form soll auf einer Parade, einer kleinen Freiluftdisco und auch anderen Aktionsarten, ihren Platz und Ausdruck finden können, denn im EuroMayDay-Bündnis soll es in erster Linie nicht um Einheitlichkeit gehen, sondern um die sichtbare Vielfalt von Wünschen, Lebens- und Kampfformen. Dezentrale Organisationen der einzelnen Paraden und die gleichzeitige Vernetzung von Inhalten und
EuroMayDay Orte zum Leben SDS Hochschulgruppe Uni Hamburg
Formen sollen im Zentrum bei der Vororganisation stehen. Eine Parade soll die Möglichkeit bieten, Wut, Frust und Lebensform aus dem Alltag auf die Straße zu tragen und zum Ausdruck zu bringen. Raus aus der Individualisierung und dem Vereinzelungsprozess, gemeinsam für eine andere Art des Miteinanders.
Heute erstreckt sich das EuroMayDay-Bündnis über die ganze Welt, in dem sich ausgetauscht, diskutiert, überlegt und ge-plant wird. Und gleichzeitig beziehen sich die einzelnen Aktionen wieder auf die konkrete Lage vor Ort, ohne den Blick für das Gesamte zu verlieren. Seit 2005 ziehen auch Menschen, die sich als prekär outen, am 1. Mai durch Hamburg. Jedes Jahr steht die Parade unter einem Motto, so hieß es 2009 „EuroMayDay krisenfest“ und 2010 „EuroMayDay– Stadt geht los“. 2011 ist das Motto „Ring frei zur nächsten Runde – Die Transformation beginnt“.

Veranstaltung: Das Grrrinsen der Prekarität lauter überall!
Warum EuroMayDay? und Kurzvorstellung der Initiative “Lux&Konsorten”
Montag, 18.4.2011 – 19.00 Uhr – T-Stube (Pferdestall)
EuroMayDay Parade: 1. Mai um 14 Uhr ab Park Fiction (St. Pauli Hafenstrabe / St. Pauli Fischmarkt)