Jun 232019
 

Uni-Jubiläum Szenische LesungIn der vorliegenden Broschüre dokumentieren wir die szenische Lesung zur Gründung der Universität Hamburg, die wir anlässlich des 100-jährigen Jubiläums erarbeitet und am 28. März 2019 öffentlich vorgetragen haben. Am 28. März 2019 jährte sich der Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft zur Gründung der Uni Hamburg zum 100. Mal. Die vorausgegangene und währende Revolution 1918/19 war ein politischer, sozialer und kultureller Aufbruch: Sie sollte nicht nur den Krieg beenden, sondern auch den deutschen Militarismus. Sie sollte sozialen Fortschritt für alle bringen und gleiche demokratische Beteiligung – nicht zuletzt durch Bildung für alle. Deshalb wurde mitten in der Zeit von Hungerrevolten und heftigen politischen Kämpfen in Hamburg durch Beschluss der erstmals nicht nach Klassenwahlrecht neugewählten Bürgerschaft die Universität gegründet. Der Gründungsimpetus war, eine Wissenschaftseinrichtung „von allen für alle“ – eine Reformuniversität – zu schaffen, die im Bruch mit imperialistischen Traditionen für Frieden und Völkerverständigung und das Allgemeinwohl arbeitet.

Ebenso wie die Revolution ist auch diese Ambition für Wissenschaft und Bildung bis heute nicht voll verwirklicht. Die Mitglieder der Universität jedoch engagieren sich immer weiter dafür. Das vorausgegangene, aufbauende und heutige Engagement für Bildung und Wissenschaft für eine menschenfreundliche Entwicklung von Stadt, Land und Welt wollen wir anlässlich des Jubiläums hervorheben, feiern und ausbauen.
Dazu soll diese Broschüre dienen.

Eine Aufnahme der szenischen Lesung kann online angehört werden unter: https://t1p.de/h625
Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Die Broschüre ist hier als PDF zu finden.

 

Feb 212011
 

Der geplante Naziaufmarsch vom 19. Februar in Dresden ist erfolgreich verhindert worden. Rund 20.000 Antifaschisten blockierten das Vorhaben von, in diesem Jahr nur noch, ca. 1.000 Nazis. Der „Mythos Dresden“, als störungsfreier Nazimassenauflauf, ist damit endgültig gebrochen. Den Nazis dämmert jetzt wohl der „Untergang“, oder wie sonst ist das Musikvideo von Zarah Leanders „Davon geht die Welt nicht unter“ auf dem Nazi-Interportal Altermedia zu verstehen, welches auch im Filmsoundtrack vom „Untergang“ vorkommt? Eine Analyse der Faschos über ihren Misserfolg kommt aber auf ihren „Weltnetzseiten“ über ein „Der Jude ist an allem Schuld!“ meist nicht hinaus.

Immer wieder unterirdisch ist bei derartigen Veranstaltungen das Verhalten der Staatsgewalt. Dass diese, in Form der Polizei, ihre eigenen „Projekte“, wie Atommülltransporte, Kriegskonferenzen oder wahnwitzige Bauprojekte mit aller Brachialgewalt verteidigt – schlimm genug.

Hier aber geht es um Leute, die sich unmittelbar auf Adolf Hitler berufen. Der Holocaust und Vernichtungskrieg geschahen mit Billigung der deutschen Bevölkerung, was heutige Generationen meist mit Fremdscham und Erschrecken zur Kenntnis nehmen. In den 90er Jahren gab es ganze Wohnviertel, die „Ausländer raus!“ riefen und Pogrome bejubelten. Die Ablehnung der Neonazis durch die Mehrheit der Bevölkerung heute, und einer großen Zahl von Menschen, die sich den Nazis aktiv in den Weg stellen, müsste eigentlich als zivilisatorische Leistung anerkannt werden.

Dass aber die Staatsgewalt selbst friedliche Sitzblockaden mit Pfefferspray, Wasserwerfern, Hunden, Faustschlägen und Knüppeln bekämpfen, ist als historische Perversion zu betrachten. Die illegale Razzia in den Büroräumen von „Dresden Nazifrei“ und der Dresdner Linkspartei, inklusive Festnahmen und Sachschäden, war dabei nur das I-Tüpfelchen. Hier muss von Seiten der Politik, Justiz und Polizei umgedacht werden, denn das Mobilisieren von gewaltbereiten Hundertschaften, nur um eine Handvoll Massenmörderabfeierer ungestört sein zu lassen, ist nicht vermittelbar.

Am Sonntag darauf hat Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Die Partei Die Linke hat dabei mit 6,4 % das Ergebnis vom letzten Mal in vollem Umfang verteidigen können. Diesen Wählerinnen und Wählern haben der Partei Die Linke als Anwalt der sozialen Bewegungen in der Stadt und der einzigen Partei, die die Frage nach der Steuergerechtigkeit stellt, mehr vertraut als den versuchten Diffamierungskampagnen, z.B. gegen den „Skandalrapper“ Holger Burner. Die Linke wird künftig mit Dora Heyenn, Joachim Bischoff, Christiane Schneider, Norbert Hackbusch, Kersten Artus, Mehmet Yildiz, Cansu Özdemir und Heike Sudmann in der Bürgerschaft vertreten sein. Neuer Bürgermeister ist der angebliche Sozialdemokrat Olaf Scholz. Er hat die Abschaffung der Studiengebühren angekündigt. Wir warten.