Okt 052012
 

Zum Semesterbeginn haben wir eine Broschüre herausgegeben, die euch einen Einstieg in die politischen Auseinandersetzungen an der Uni und in der Stadt geben soll, in die wir uns als Gruppe im AStA, im Studierendenparlament sowie außerparlamentarisch einbringen. Kommt auch gerne zu den Terminen unserer offenen Treffen! Näheres zu den demokratischen Strukturen an der Uni findet ihr hier.

SDS Broschüre WS12_13

Editorial:

Doch keine Panik: Es wird viel geredet über die Krise des Kapitalismus, über die Universität, über die gescheiterten Bildungsreformen: Aber was ist hier eigentlich wirklich los? Wir, der SDS* Uni Hamburg (Sozialistisch demokratischer Studierendenverband), wollen mit dieser Info-Broschüre den Einstieg in das politische Unileben erleichtern.

Der Bundesverband des SDS existiert erst seit einigen Jahren und steht der Partei Die Linke nahe. Als Basisgruppe an der Uni Hamburg verstehen wir uns in unserer Arbeit aber als kritisch-autonom und arbeiten dann mit der Partei oder dem Bundesverband zusammen, wenn es uns als Gruppe sinnvoll erscheint.

Als linke Hochschulgruppe an der Uni HH steht außerparlamentarische politische Bildungs- und Mobilisierungsarbeit für uns im Mittelpunkt. Wir wollen Alternativen zur kapitalistischen Herrschaft erarbeiten, in Diskussionen gemeinsam bestehende Verhältnisse in- und außerhalb der Universität analysieren und daraus Schlüsse für politisches Handeln ziehen. Dabei beschränken wir unseren Blick nicht ausschließlich auf Studi-Probleme sondern sehen die Universität als Teil eines Systems von Ausbeutung und sozialer Spaltung. Für eine solidarische Gesellschaft und eine Wissenschaft, die sich einmischt im Sinne einer friedlichen Entwicklung für alle, wollen wir uns engagieren.

Auf der ganzen Welt sind Menschen in Bewegung gegen die Herrschaft des Kapitals und für eine soziale Gesellschaft. Auf der anderen Seite wird versucht, die Krise als Katastrophe, für deren Abmilderung alle Mittel legitim sind, darzustellen. Doch wir bekommen nicht die Krise. Sondern setzen uns viel mehr mit den Ursachen der Krise auseinander, dem Kapitalismus. Diesem System, das einzig und allein auf Profitmaximierung ausgerichtet ist und dabei seine eigenen Existenzgrundlagen untergräbt, setzen wir eine soldarische Praxis für Verbesserungen entgegen. Lasst uns die Krise produktiv nutzen!

Die Proteste aus den zurückliegenden Monaten sind auch für uns Studis die Vorbereitung auf einen heißen Herbst gewesen. Los geht’s: Anstehende Termin findet Ihr auf der Rückseite dieser Broschüre, sowie die Themen, die wir in unseren wöchentlichen Gruppentreffen diskutieren wollen. Kommt gerne vorbei, wir freuen uns auf neue Menschen und interessante Diskussionen.

 Posted by at 12:33
Jun 112012
 

Wir möchten euch gerne auf zwei Veranstaltungen des Referats für Politische Bildung, Kultur und Kritische Wissenschaft des AStAs der Uni Hamburg hinweisen, die sich mit Homophobie und Fußball sowie Leistungssport im Kapitalismus beschäftigen.

 

Europameisterschaften und Olympia
Spiel und Spaß und Staatenkonkurrenz: Warum sich auch im Sport die Staaten
messen und was sie davon haben?

In Deutschland fiebern zur Zeit viele der Fußballeuropameisterschaft entgegen. Es ist eine von vielen nationalen Sportwettkämpfen, dieses wie jedes Jahr.

Das scheinen erst einmal ganz harmlose Veranstaltungen zu sein und die meisten Leute winken ab, wenn man darin etwas Politisches sieht. Aber schon das schwarz-rot-goldene Fahnenmeer beim Public Viewing deutet auf ein bisschen mehr hin.

Auf der Veranstaltung soll es um die Frage gehen, warum und wie Nationalismus dabei immer auch eine Rolle spielt, und außerdem wie sogar die Staatenkonkurrenz im Gegeneinander von Mannschaften, die mit Politik erstmal nichts zu tun haben scheinen, mit im Spiel ist.

Zeit: Freitag, 15. Juni / 18 Uhr
Raum: 0077 / Von-Melle-Park 5

 

Harte Jungs und die Angst vor einer Regenbogenfahne
Männlichkeit(en) und Homophobie im Fußball

Dass im Fußball Homophobie noch immer weit verbreitet ist hat verschiedene Ursachen. Eine der wichtigsten jedoch liegt in der Tatsache, dass
Fußball in Europa nach wie vor ausdrücklich als Männersport gilt und darin,dass Heterosexualität ein zwingender Bestandteil hegemonialer Männlichkeit
ist. Es wäre ja aber auch seltsam, wenn ausgerechnet im Fußball die Zustände fortschrittlicher wären als in der Gesamtgesellschaft.

Über die Konstruktion von männlicher Identität im Fußball, den Zusammenhang zur homophoben Realität im Stadion und über mögliche Interventionen
werden Jan Tölve und Dirk Brüllau referieren und diskutieren.

Jan Tölve ist freier Journalist (u.a. Jungle World und Neues Deutschland) und Autor aus Berlin, der sich privat und beruflich mit Fußball und seinen Schattenseiten befasst. Dirk Brüllau ist Pressesprecher von Queer Football Fanclubs und Vertreter des schwullesbischen Fanclubs Queerpass St.Pauli.

Zeit: Montag, 18. Juni / 18 Uhr
Hörsaal H, Edmund Siemers Allee 1″

 

Link zur AStA-Seite:

http://www.asta-uhh.de/home/home-detail/article/em-mich-nicht-voll-zwei-kritische-veranstaltungen-zur-fussball-europameisterschaft.html

 

FB zu Leistungssport-Veranstaltung:

https://www.facebook.com/events/159976464135992/

 

FB-Event zu Homophobie-Veranstaltung:

https://www.facebook.com/events/323875731023341/

Nov 292011
 

Alle Jahre wieder…

 Die ersten Plakate sprießen aus dem Boden auf und um den Campus, die Briefwahlunterlagen gehen bald raus und der Blätterwald auf den Mensatischen schwillt langsam an. Es sollte also bald auch die*der Letzte kapiert haben:

Es ist wieder Stupa-Wahl!

 Was ist bitte das Stupa?“, werden sich jetzt einige Menschen fragen. Da Studierendenparlament nur eine unzureichende Antwort auf diese Frage ist, möchten wir, die SDS*-Hochschulgruppe, euch zu unserer Veranstaltung einladen, die sich mit dieser Frage beschäftigt und weiter einen Einblick in die Arbeit des SDS* geben will. Wir möchten erklären, wie die parlamentarischen Strukturen in der Verfassten Studierendenschaft funktionieren und Euch vorstellen, wie wir als SDS* innerhalb dieser agieren.

Denn auch dieses Jahr tritt die SDS*-Hochschulgruppe auf Liste 19 zur Studierendenparlamentswahl an. Nach einem Bericht über unsere bisherige Arbeit an der Uni und im StuPa, wollen wir unsere Forderungen und Ziele vorstellen und mit euch diskutieren. Anhand von aktuellen Auseinandersetzungen wird deutlich, dass ein AStA zwingend politisch agieren und für studentische Interessen vehement eintreten muss.

Für einen politischen AStA, den der SDS mitgestalten wird!

 Wir freuen uns über euer Kommen

am 05.12.11 um 19.00 Uhr, VMP 9 (HWP), Raum S 007

 

Okt 182011
 

Im Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf werden zwangsweise Altersfeststellungen an minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen durchgeführt. Diese Vorgänge bestehen aus dem Begutachten der Weißheitszähne, des Haarwuchses, sowohl im Brust- als auch im Intimbereich, dem Röntgen des Handwurzelknochens und dem Vermessen der Körpergröße. Diese Praxis und die Verwertbarkeit ihrer Ergebnisse sind ethisch, moralisch, wissenschaftlich, politisch und juristisch hoch umstritten.

Altersfeststellungen werden durchgeführt, um die „Fiktivsetzungen“ des Alters von Flüchtlingen durch die Ausländerbehörde zu überprüfen. Im Gegensatz zu einheimischen Jugendlichen gelten Flüchtlinge bereits mit 16 Jahren als „voll handlungsfähig“ im Sinne des Gesetzes. Bei einer Altersfeststellung von über 18 Jahren verlieren sie zusätzlich noch das Recht auf Unterbringung in einer Jugendeinrichtung, Schutz vor Umverteilung in andere Bundesländer und das Anrecht auf Schulbesuch. Auch eine Abschiebung ist dann leichter und schneller durchführbar.

Das Studierendenparlament hat am 27. Januar nach langer Bedenkzeit beschlossen, die „Fiktivsetzungen“ des Alters von Flüchtlingen durch Ärzte abzulehnen und sich damit einer entsprechenden Entscheidung des 110. Deutschen Ärztetages anzuschließen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass das UKE sich an einer politischen Praxis beteiligt, die Flüchtlinge möglichst schnell und kostengünstig los werden will.

 

Aus diesem Grund möchten wir informieren & diskutieren:

Infoveranstaltung

Dienstag, 1. November 2011, 19:00 Uhr

T-Stube im Pferdestall (Fachbereich Sozialwissenschaften/Allende-Platz 1)

Wie haben Betroffene die Vorgänge erlebt und wie ist die derzeitige Rechtslage?

 

Podiumsdiskussion

Dienstag, 8. November 2011, 19:00 Uhr

HWP/Fachbereich Sozialökonomie, Von-Melle-Park 9 (Raum 007)

eingeladen:
Prof. Püschel (UKE/Institut für Rechtsmedizin)
Fanny Dethloff (Flüchtlingsbeauftragte ev. Kirche)
Mehmet Yildiz (MdHB/Die Linke)
Arno Münster (MdHB/SPD)

Aug 242011
 

Mietenwahnsinn stoppen - Wohnraum vergesellschaften Hamburg

Knapp ein Jahr nachdem 5.000 Menschen mit der Forderung „Leerstand zu Wohnraum“ auf die Straße gingen, müssen wir feststellen: Ein grundlegender Kurswechsel in der Hamburger Wohnungspolitik ist nicht erkennbar. Die Mieten steigen stadtweit auf unerträgliche Höhen, oftmals als Folge von Umstrukturierungsprozessen. Der Bedarf an günstigem, zentralem Wohnraum nimmt weiter zu. Neu gebaut werden nur hochpreisige Miet- und Eigentumswohnungen, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse von Anwohner_innen. Noch immer stehen auch 1,4 Millionen Quadratmeter Büroraum ungenutzt leer. Menschen die schon lange in ihrer Wohnung leben, wagen keinen Umzug, da sie sich die neue Miete nicht werden leisten können. Obdachlose, Migrant_innen und Menschen mit geringem Einkommen werden, falls sie überhaupt Wohnraum finden, in verschimmelte Wohnungen in Wohngegenden gedrängt, die sie sich nicht aussuchen können.

Keine Mieterhöhungen durch den Mietenspiegel

Mit Erscheinen des Mietenspiegels im November wird den Vermieter_innen erneut die Möglichkeit geboten, weiter an der Mieterhöhungsspirale zu drehen, und das sogar gesetzlich begründet. Die wild zusammengeschusterte, angeblich wissenschaftliche und neutrale Berechnungsbasis des Mietenspiegels führt stets nur zu weiteren Erhöhungen der Vergleichsmieten. Der Mietenspiegel, einst gedacht als Instrument, um die Situation der Mieter_innen zu erleichtern und zu verbessern, ist zu einem Instrument der finanziellen Ausbeutung geworden. Zusätzlich zu den ohnehin gestiegenen Energiekosten, werden sich viele die den „ortsüblichen Vergleichsmieten“ angepassten Mieten nicht mehr leisten können.

Mietobergrenze jetzt

Um den Mietenwahnsinn in Hamburg zu stoppen, fordern wir, unverzüglich eine allgemeine Mietobergrenze, weit unterhalb der derzeitigen Durchschnittsmiete, einzuführen. Gesellschaftlich benachteiligten Gruppen muss der vorrangige Zugang zu Wohnraum gezielt ermöglicht werden. Der unsozialen Vorenthaltung von bestehendem Wohnraum muss aktiv entgegengewirkt werden, indem Besetzungen ungenutzter, leerstehender Gebäude nicht weiterhin kriminalisiert, sondern gesellschaftlich wie politisch akzeptiert und unterstützt werden. Der Neubau oder Abriss von Wohn- oder Gewerberaum darf nur unter gleichberechtigter Mitbestimmung und nicht gegen den Willen der Anwohner_innen umgesetzt werden.

Wohnraum vergesellschaften

Wir haben eine andere Vorstellung von Wohnungspolitik als die Immobilien-Verwertungskoalition aus Politik und Wirtschaft. Wohnraum ist für uns keine Ware, sondern ein öffentliches Gut, das wir zum Leben brauchen. Eine grundsätzliche Veränderung ist notwendig: Wohnraum muss dem profitorientierten Markt entzogen und allen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Vergesellschaftung von Wohnraum heißt für uns, dass die Frage, wer wo wohnen kann, nicht länger von den finanziellen Ressourcen der einzelnen abhängt. Entscheidungen über Nutzung, Umgestaltung oder Schaffung von Wohnraum müssen von den Mieterinnen und Mietern selbst getroffen werden.

Die geplante Veröffentlichung des Mietenspiegels im Herbst nehmen wir zum Anlass, unsere Wut und Empörung über die Hamburger Wohnungspolitik auf die Straße zu tragen und unsere eigenen Vorstellungen vom Wohnen und Leben in einer Gesellschaft gleichberechtigter Menschen durchzusetzen.

Recht auf Stadt / Mietenwahnsinn

Es rufen auf (Stand: 7.10.):
AG Altona-St.Pauli, AG Mieten im Netzwerk Recht auf Stadt, AG-Soziales der SOPO-Hamburg, AK Wohnraum für junge Menschen, AKU Wilhelmsburg, Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, Allgemeiner Studierenden-Ausschuss (AStA) der Ev. Hochschule Hamburg, AStA der HAW Hamburg, Altonaer Plattform gegen Verdrängung, Altopia, Anarchistische Gruppe/Rätekommunisten, “Andere Umstände”, Avanti – Projekt undogmatische Linke, Attac Hamburg, 1.&3. Autonomes Hamburger Frauenhaus, AZ Altona, Ballkult e.V., Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Café Creisch, Café Exil, Centro Sociale, Chewbacca Sankt Pauli, die leute:real, DIE LINKE Landesverband Hamburg, Einwohnerverein St. Georg von 1987 e.V., EpiZentrum Wilhelmshaven, Es regnet Kaviar – Aktionnetzwerk gegen Gentrification, Fanladen St. Pauli, Frappant e.V., FSR Germanistik, FSR Sozialwissenschaften (Uni Hamburg), Gängeviertel, Geschichtswerkstatt St. Georg e.V., Gesellschaft für operative Kunst (GfoK), GWA St. Pauli e.V., hafenvokü, Hamburger Arbeitskreis Asyl e.V., Hart Backbord, HUDE – Jugendsozialarbeit in HH-Nord, Initiative Esso-Häuser, Interessengemeinschaft NoBNQ, Kampagne „Flora bleibt unverträglich“, LaRAGE (Raum und Gender), Leerstandsmelder.de, Libertäre Harburg, Loco Grande St.Pauli, medibüro hamburg, Mieter helfen Mietern – Hamburger Mieterverein e.V., Mietshäusersyndikat Hamburg, multipress, Netzwerk zum Erhalt des Sternschanzenparks, Not in our Name – Marke Hamburg, noya Hamburg, PIRATEN Hamburg – AG Stadtentwicklung, PIRATEN – Abgeordnetengruppe Bezirk Mitte, Planwirtschaft, Plenum des Infoladen Wilhelmsburg, Plenum der Roten Flora, Plenum der Wagengruppe Zomia, Projekt Revolutionäre Perspektive, Punkrock St. Pauli, quartieren, Regenbogen/Alternative Linke, SDS Uni Hamburg, Sidewalx, Streetlife e.V., Sozialpolitische Opposition Hamburg e.V., Stadtteilinitiative “Hallo Billstedt”, Stadteilkollektiv Rotes Winterhude, supra magazin, Straßensozialarbeit Rahlstedt, Suttnerblog, ver.di-Jugend Hamburg, T-Stube, Verlag Assoziation A, Wohnprojekt Fuhlsbüttler Straße – Eibajalla e.V., Wohnprojekt Kleiner Schäferkamp, Zeckensalon St. Pauli

Mai 172011
 

Gebührenfrei Move Hamburg Studiengebühren 25.05.2011Hinter Flyer, Move und anderen Aktionen stecken Studierende vieler Hamburger Hochschulen, Asten und andere Institutionen. Die SDS Hochschulgruppe der Uni- versität Hamburg beteiligt sich in den nächsten Wochen wieder an zahlreichen Aktionen zur sofortigen Gebühren- freiheit und steht hinter der gemeinsame Forderung ist:

Studiengebührenfreiheit und bedarfsdeckende Hochschulfinanzierung – sofort!

Wir rufen alle menschen auf, diese Forderungen zu unterstützen und sich zu beteiligen! Wir solidarisieren uns mit den Aktionen und Forderungen der Studierenden aus Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen gegen Bildungsgebühren.

Wir fordern:

Forderungen, Abschaffung der Studiengebühren sofort, Rücknahme der Kürzungen

Studiengebühren verschärfen die soziale Selektion im Bildungssystem, die Kommerzialisierung der Bildung und schränken die demokratische Teilhabe an Hochschulen ein. Durch den verstärkten Zwang neben dem Studium zu arbeiten, haben Studierende immer weniger Zeit sich kritisch am Wissenschaftsprozess zu beteiligen und die Hochschulen aktiv mit zu gestalten. ohne die soziale Belastung der Gebührenzahlungen kommt wieder mehr Zeit und Muße ins Studium. ohne die gebührenvermittelte Ideologie, Bildung müsse sich rentieren, kann der Beitrag der Wissenschaften zu Bildung, Kultur und menschenwürdigen Bedingungen für alle entwickelt werden. Die Gebührenfreiheit ist eine Voraussetzung für die soziale Öffnung der Hochschulen.

Nach Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland haben nun auch die Regierungen Baden-Württembergs und Hamburgs beschlossen, die Studiengebühren abzuschaffen. Allerdings nicht sofort, sondern erst im Sommersemester 2012 bzw. im Wintersemester 2012.

Das geht jedoch viel schneller. Denn durch eine studentische Bewegung, die in vielfältigen Protesten zum Ausdruck kam, wie Boykotten, den Bildungsstreik, Urabstimmungen, Unterschriftensammlungen und Demonstrationen ist der Anspruch gebührenfreier Bildung in der Bevölkerung weit verbreitet. Unter anderem dadurch kam die SPD auch in Regierungsverantwortung und diesen Erfolg der Bewegung muss sie nun nachvollziehen.

Es stellt sich die Frage, warum die SPD ihren Ankündigungen nach den Studierenden weitere zwei Semester Studiengebühren zumuten will. Jedenfalls ist es naheliegend, dass die Studierenden mit dem populistischen versprechen eingeschläfert werden sollen, statt mutiger zu werden und mehr Fortschrittliches durchsetzen zu wollen. Erzählt wird uns, die sofortige Abschaffung sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. das ist aber unsinnig, denn allein die Zinslast, die aus den gestundeten Gebühren resultiert, beträgt im Jahr 2012 bereits mindestens fünf Millionen Euro und steigt weiter. Es ist auch nicht plausibel, dass für Banken und Prestigeobjekte jedes Geld sofort zu haben ist, für die Gebührenfreiheit aber 40 Millionen nicht aufzutreiben seien. Insbesondere bei vorhergesehenen Steuermehreinnahmen von über 130 Milliarden Euro bis 2014 in der BRD.

Wir fordern die sofortige Abschaffung der Studiengebühren!

Im gemeinsamen Faltflyer zum “Studiengebühren weg. SOFORT! Move” findet ihr weitere Informationen. Wir sehen uns am 25.05.2011 um 16 Uhr auf dem Rathausmarkt.

Apr 272011
 

0. Begründung
1. Studiengebühren
2. BA/Ma-System
3. Demokratie
4. AStA- und Stupa-Kultur
5. Freie und kritische Wissenschaft

0. Begründung
Für einen politischen AStA – der endlich Teil und Initiator von Bewegung ist. Dieses Kurzprogramm soll nicht einzelne Erfordernisse erklären und analysieren, sondern konkrete Punkte dar-stellen, die für die Arbeit des AStAs in den nächsten Monaten maßgeblich sein sollten. Auch über dieses Programm hinaus hat der AStA seiner Verantwortung, auf bestehende Be-wegungen zu reagieren und konkrete Verbesserungen herbeizuführen, gerecht zu werden.

1. Studiengebühren
Solange die Abschaffung der Studiengebühren und die Forderungen nach einem gebühren-freien Studium nicht annähernd realisiert sind, braucht es studentischen Protest, um diese durchzusetzen. Die Reaktion der SPD auf die Proteste (die Zusage die Studiengebühren zum WiSe 2012/13 abzuschaffen) zeigt, dass noch viel mehr möglich ist.
Für den neu gebildete AStA bedeutet das:

  • Vollversammlungen zu diesem Thema werden offiziell einberufen und vorbereitet
  • Vernetzung des Protests mit den anderen Hamburger Hochschulen
  • Vernetzung des Protests mit aktiven Studierenden der anderen Bundesländer (zunächst in Baden-Württemberg)
  • Demonstrationen und andere Protestformen werden organisiert / unterstützt
  • Auf allen zur Verfügung stehenden Ebenen wird die Forderung nach sofortiger Abschaffung artikuliert
  • Als eines der letzten Mittel wird ein Boykott angeregt

2. BA/Ma-System
Europaweit kritisieren Studierende und Lehrende seit Jahren den Bologna-Prozess. Auch in Hamburg gab es immer wieder starke Proteste gegen das drangsalierende Bachelor-Master-System. Alle Beteiligten mussten eingestehen, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Veränderung muss aber bewirkt werden.

  • Dazu richtet der AStA mit den FSRen nach dem Vorbild der Konferenz an der EPB-Fakultät “Schöne neue Bildung” eine uniweite Bachelor-Master-Konferenz aus.
  • Aktivitäten für kurz- und langfristige Verbesserungen werden initiiert / unterstützt (z.B. Abschaffung des Anwesenheitszwangs, auch für Seminare)
  • Die Mindestforderung bleibt: Master für Alle!

3. Demokratie
Die heftigen Diskussionen innerhalb der Universitätsgremien, die vergangenen Auseinander-setzungen zwischen Universitätsorganen sowie ein Bundesverfassungsgerichtsurteil zeigen deutlich: Das Hamburgische Hochschulgesetz muss geändert werden!
Ein Blick in die Geschichte unserer Uni zeigt, dass Entscheidungen auch schon demokratischer getroffen wurden. Wir können zwar die Studentische Selbstverwaltung demokratischer ge-stalten, aber nur beschränkt über Fragen der Entscheidungsstruktur der Uni mitbestimmen. Gerade deshalb aber ist es unsere Pflicht, mit von der Partie zu sein. Das bedeutet:

  • Der AStA sieht sich in der Verantwortung, ständig über Partizipation innerhalb der Universität aufzuklären, diese wahrzunehmen und dazu zu animieren
  • Belebung einer institutionalisierten und gleichberechtigten Vernetzung der Fachschaftsräte
  • Eine breite Auseinandersetzung auf dem Campus mit den Grundlagen für  eine nachhaltige Demokratisierung (z.B. Hamburger Hochschulreform von 1969)
  • Unterstützung der Wiedereinführung einer demokratisch verfassten Entscheidungsebene unterhalb der Fakultätsebene
  • Stärkung der bestehenden demokratisch legitimierten Gremien der Akademischen Selbstverwaltung gegenüber dem Hochschulrat
  • Vernetzung des Kampfs für eine Gremienuni mit aktiven Studierenden anderer Hochschulen

4. Freie und kritische Wissenschaft
Die Universität sollte ein Ort sein, an dem Lehre und Forschung sich kritisch und inter-disziplinär mit wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen aus verschiedenen Blickwinkeln heraus auseinandersetzen, nach Lösungen suchen und neue Fragen aufwerfen. Darunter versteht ein AStA folgendes:

  • Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen, wie z.B. Bücherverbrennung und Reichspogromnacht
  • Einbeziehung aktueller gesellschaftlicher Phänomene, wie z.B. Vorurteile, Diskriminierungen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sowie eine kritische Analyse der Extremismustheorie
  • Friedenswissenschaft und Konfliktlösungsforschung für eine friedliche Entwicklung im Sinne aller Menschen und für eine sozial gerechte und friedliche Welt. Der AStA veröffentlicht ein friedenwissenschaftlich kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
  • Zielorientierte soziale und ökologische Fragestellungen in Lehre und Forschung entwickeln und artikulieren, z.B. für eine regenerative Energieerzeugung
  • Einsetzen für offenen und kostenlosen Hochschulzugang für alle Menschen
  • Hinwirken auf unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Information in Universitätsbibliothek sowie im Internet (Open Access)
  • Initiierung von Denkprozessen und wichtigen Diskursen aus der Uni heraus (wie z.B. Aufklärung über Burschenschaften/Studentenverbindung, Unterstützung der Proteste gegen die vom Verfassungsschutz unterstütze Extremismusstudie am Rauhen Haus sowie Teilnahme an Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Naziverbrechen)
  • Widerstand gegen die “1-Buch-Ordnung”

5. AStA- und Stupa-Kultur
Entscheidungen des AStA und des Studierendenparlaments sind transparent und nachvoll-ziehbar zu tätigen. Um der Forderung nach mehr Demokratie gerecht zu werden, müssen folgende Veränderungen geschehen:

  • Durchsetzung des politischen Mandats
  • Uniweite Ankündigungen von StuPa- und AstA-Sitzungen
  • Wiederverankerung der aktuellen Stunde im StuPa
  • Ausführlichere Diskussionen über Anträge -> StuPa wird wieder zum politischen Forum, aus dem der AStA seine weitere Arbeit entwickelt
  • Transparente Protokoll-Kultur, sowie faire Redeleitung
  • Anerkennung der Selbständigkeit von teilautonomen Referaten
  • Bestätigung gewählter Referent*innen
  • Beauftragung des Ausschusses “Satzungs- und Geschäftsordnung” mit der Demokratisierung der Verfassten Studierendenschaft
  • Vollversammlungen, Demonstrationen, Aktionen, inhaltliche Veranstaltungen werden angeregt, (mit-)organisiert bzw. unterstützt

Kommt zur konstituierenden Sitzung des Studierendenparlaments:

Donnerstag, den 28. April 2011 um 18 Uhr

im Hörsaal Erziehungswissenschaften ( Von-Melle-Park 8 )

Erzählt von dieser Sitzung auch anderen Studierenden, damit alle sich ein Bild von der Arbeit des Studierendenparlaments machen können. Das AStA-Sofortprogramm könnt ihr auch hier als PDF-Datei herunterladen.

Apr 152011
 

Das Grrrinsen der Prekarität lauter überall!
EuroMayDay 2011 Hamburg SDS Hochschulgruppe Uni Hamburg
Überall grinsen sie, an alle Ecken und Enden, die blauen Katzen, deren Mund sich von einem Ohr zum anderen zieht. Der Park Fiction ist voll von bunten Menschen. Die Sonne scheint, die Musik ist laut und die Füße tanzen. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen. An den Menschen, an den Mauern, auf der Straße, überall klebt grün-weißes Absperrband, auf dem steht: „Die Stadt ist unsere!“. Was machen die alle hier?
EuroMayDay Stadt neustarten SDS Hochschulgruppe Uni Hamburg
Sie feiern die „EuroMayDay-Parade“, wie letztes Jahr am 1. Mai 2010 in Hamburg. Da startete die Parade, wie auch in diesem Jahr, mit vielen Menschen hinter blauen grinsenden Katzenmasken, im Park Fiction. Doch was ist der EuroMayDay? Im Jahre 2001 haben zum ersten Mal Aktiv-ist_innen aus Italien, Frankreich und Spanien unter dem Namen „EuroMayDay“ zu einer Parade am 1. Mai aufgerufen, die dann damals in Mailand auch stattfand. Mittlerweile rufen verschiedene Gruppen in unzähligen Städten Europas zu EuroMayDay-Paraden auf. So auch in Hamburg!
EuroMayDay Grrrrinsen SDS Hochschulgruppe Hamburg
Die Idee „EuroMayDay“ entstand, um auf die zunehmende Prekarisierung von Menschen, sei es durch ihre Beschäftigungsverhältnisse oder durch ihre Lebensform, aufmerksam zu machen. Die Prekarisierung in Leben und Arbeit voll-zieht sich in den verschiedenartigsten Formen. Ein Hauptanliegen des Bündnisses ist es, diesen Formen, die durch die klassischen Gewerkschaftsproteste nicht (mehr) vertreten und organisiert werden können, eine Stimme zu geben. Jede Form soll auf einer Parade, einer kleinen Freiluftdisco und auch anderen Aktionsarten, ihren Platz und Ausdruck finden können, denn im EuroMayDay-Bündnis soll es in erster Linie nicht um Einheitlichkeit gehen, sondern um die sichtbare Vielfalt von Wünschen, Lebens- und Kampfformen. Dezentrale Organisationen der einzelnen Paraden und die gleichzeitige Vernetzung von Inhalten und
EuroMayDay Orte zum Leben SDS Hochschulgruppe Uni Hamburg
Formen sollen im Zentrum bei der Vororganisation stehen. Eine Parade soll die Möglichkeit bieten, Wut, Frust und Lebensform aus dem Alltag auf die Straße zu tragen und zum Ausdruck zu bringen. Raus aus der Individualisierung und dem Vereinzelungsprozess, gemeinsam für eine andere Art des Miteinanders.
Heute erstreckt sich das EuroMayDay-Bündnis über die ganze Welt, in dem sich ausgetauscht, diskutiert, überlegt und ge-plant wird. Und gleichzeitig beziehen sich die einzelnen Aktionen wieder auf die konkrete Lage vor Ort, ohne den Blick für das Gesamte zu verlieren. Seit 2005 ziehen auch Menschen, die sich als prekär outen, am 1. Mai durch Hamburg. Jedes Jahr steht die Parade unter einem Motto, so hieß es 2009 „EuroMayDay krisenfest“ und 2010 „EuroMayDay– Stadt geht los“. 2011 ist das Motto „Ring frei zur nächsten Runde – Die Transformation beginnt“.

Veranstaltung: Das Grrrinsen der Prekarität lauter überall!
Warum EuroMayDay? und Kurzvorstellung der Initiative “Lux&Konsorten”
Montag, 18.4.2011 – 19.00 Uhr – T-Stube (Pferdestall)
EuroMayDay Parade: 1. Mai um 14 Uhr ab Park Fiction (St. Pauli Hafenstrabe / St. Pauli Fischmarkt)

Apr 072011
 

Am Freitag, den 29.04.2011 organisieren wir einen Vortrag mit Diskussion zum oben genannten Titel. Alexander Neupert (ifgi Osnabrück) liefert im Von-Melle-Park 9 (HWP) in Raum S29 dazu den Anstoß:

Vom Überwintern der Maulwürfe: Thesen zur Staatskritik und Subversion SDS Uni Hamburg

Dieser Freitag ist der Auftakt unseres Lesekreises: “Wege zu einer befreiten Gesellschaft”, der dann Freitags stattfinden wird. Mehr zum Lesekreis findet ihr in unserer Semesteranfangszeitung, die bald in der Uni verteilt wird.

Apr 062011
 
AKW Roboter SDS Uni Hamburg

In Japan überschlagen sich die Ereignisse weiterhin! Brennstäbe sind geschmolzen und radioaktive Strahlung tritt aus den Reaktoren aus. Mittlerweile gibt es bereits erste Opfer der Strahlung, die Umgebung der Kraftwerke ist stark kontaminiert. Die Gefahrenlage in den AKWs Fukushima I und II bleibt zudem immer noch unklar. Ein Regierungsvertreter Japans sprach von einer “vermutlich sehr ernsten Situation”, da es “teilweise” zu einer Kernschmelze gekommen sei.“

Das ist ein Teil unserer Pressemitteilung vom 13.03.2011. Wir haben in den Semesterferien mehrere Demos organisiert und dafür mobilisiert. Doch was hat sich geändert seit diesen Demos?

In Japan hat sich wenig geändert, die Opferzahlen steigen weiter. Eine Lösung ist nicht gefunden! Radioaktiv verseuchtes Wasser wird in den Pazifik geleitet. Hoch radioaktives Wasser aus Reaktor 2 wurde mit „Badezusatz“ markiert, um endlich das Leck zu finden. Verzweiflung. Auch besteht die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft Japans, die Börsenkurse fallen. Dabei stehen die Profite wie so oft im Vordergrund, des Leid der Menschen gerät immer mehr in Vergessenheit. (Quelle: http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=a1&dig=2011/04/05/a0038&cHash=0971f94c51)

In der Bundesrepublik gewinnen die Grünen in ungeahnten Dimensionen. Baden-Württemberg ist bald das erste Bundesland mit grünem Ministerpräsident, auch wenn Winfried Kretschmann eher ein konservativer und dunkelgrüner ist. Der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg, den CDU und FDP gerade propagieren, also eine teilweise Rückkehr zum rot-grünen Atomkonsens, steht im Raum. Alte unsichere AKWs sollen sowieso stillgelegt werden, scheint es.

Aber da hat jemand die Hochrechnung zu den kommenden Landtagswahlen ohne die Atomkonzerne gemacht. „RWE droht mit Wiederanfahren von Biblis A“ und zieht damit jetzt vor Gericht. „Der Konzern will nach eigenen Angaben mit der Klage die Interessen seiner Aktionäre wahren.“ Dem Konzern gingen am Tag circa „700.000 €“ durch das Moratorium verloren. Es geht also nicht um die Versorgungssicherheit oder die ach so umweltfreundliche `Kernkraft` – so die Argumentation der letzten Jahre – sondern um Profite! (Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/atomdebatte156.html)

SDS, Atomkraftwerk, Uni Hamburg, Dollar, Yen, Euro Kapitalschmelze

Eine Kritik an der Nutzung der Atomkraft muss also zwangsläufig mit einer Kritik an Profitgier, also der Marktwirtschaft selbst, einhergehen.

Wir müssen Alternativen aufzeigen. Ein Wechsel zu einem Ökostromanbieter mit 100% regenerativen Energien kann nur ein erster Schritt sein. Einen weiteren stellt der Rückkauf der Netze dar (www.unser-netz-hamburg.de). Auf die Straße zu Mahnwachen und Demonstrationen! Und am 25. April (25 Jahre Tschernobyl) hin zu den AKWs in unserer Nähe (www.tschernobyl25.de). Ziviler Ungehorsam gegen Castortransporte und die Atomkonzerne muss weiter und verstärkt Praxis werden.

Profitgier stilllegen, der Kapitalismus hat ausgestrahlt!