Verändern & befreien: Diese Welt wird unser sein!
Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind von Menschen gemacht. Tiefgreifende Veränderungen sind nötig und möglich. Die Welt zu durchdringen, um sie sozial und zivil zu gestalten, ist die zentrale humanistische und freudvolle Aufgabe von Wissenschaft und Studierendenschaft, wofür es sich zu kämpfen lohnt: „Wer soll denn die Welt verändern?“ – „Na, die, denen sie nicht gefällt.“ (Bertolt Brecht, Kuhle Wampe, 1932)
Schluss mit Krieg –
Emanzipation gegen Rechts –
Vorwärts zum sozialen Fortschritt
Die Ansprüche auf ein würdiges und freudvolles Leben rund um den Globus sind richtig und zu verwirklichen. So, wie es ist, geht es nicht weiter. Die Menschheit kann sich nur in internationaler Kooperation produktiv entfalten. Die völkerrechtswidrigen Angriffe der USA auf Iran, Venezuela und Kuba machen es aggressiv deutlich: Krieg, Sanktionen und Blockaden sind nur im Interesse der Herrschenden, hemmen die Menschheitsentwicklung brutal und müssen endgültig beseitig werden. Die zunehmenden internationalen Sozialbewegungen und intensivierte Friedensarbeit drängen zur Verwirklichung des Menschen- und Völkerrechts: „Die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen [bildet] die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt.“ (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, 1948).
Wir studieren und wir kämpfen in dieser historischen Entscheidungssituation: solidarischer Aufbruch der Humanität oder destruktiver Irrationalismus? Aufmüpfigkeit ist neu gefordert. Wir haben es in der Hand: ohne humanistische Klugheit und kooperative Kreativität geht’s nicht voran.
Wenn Tatsachen verdreht werden, die soziale Ungleichheit als natürlich verklärt wird, wird der Krieg führbar und die Konkurrenz verschärft. Wenn jedoch Aufklärung und kämpferische Wissenschaft, Emanzipation und kooperative Bildung dominieren, dann ist der freien Entwicklung keine Grenze gesetzt. Haben wir den Mut, uns unseres Verstandes zu bedienen:
„Suche die Schule auf, Obdachloser!
Verschaffe dir Wissen, Frierender!
Hungriger, greif nach dem Buch: es ist eine Waffe.
Du mußt die Führung übernehmen.“
Bertolt Brecht, Lob des Lernens, 1932
Freiheit, Gleichheit, Solidarität sind Perspektive und Praxis der kooperativen Gestaltung.
Die kollektive Höherbildung zur solidarischen Lösung der drängenden Menschheitsfragen ist ein gesellschaftliches Erfordernis und wachsendes persönliches Bedürfnis: Frieden, soziale Gleichheit, de-mokratische Teilhabe, nachhaltiges Wachstum statt Krieg, Elend, Hunger, Armut, Epidemien und Umweltzerstörung.
Raus aus der Isolation. Die humanistischen Problemstellungen und Ansprüche müssen und können vielmehr Gegenstand und Sinn des Studiums und Lebens sein – wirkliches Lernen statt Auswendiglernen von Belanglosigkeiten als Dressur
zur Arbeitsmarkttauglichkeit im Bachelor-Master-System. Deswegen kämpfen wir auch in der bundesweiten Kampagne für das Ende studentischer Armut: BAföG für alle, das alle Studierenden unabhängig von Eltern, Herkunft, Alter, Dauer und Leistung erhalten. Der unermessliche und gesellschaftlich erarbeitete Reichtum kann so produktiv umverteilt und angeeignet werden.
Das Militärische kann nicht Leitprinzip sein. Eine auf Befehl und Gehorsam getrimmte Gesellschaft hat keine Zukunft. Deswegen kämpfen wir für die Ausfinanzierung der Hochschulen, die kritische, mündige Persönlichkeiten hervorbringen, die Besseres zu tun haben als Verzicht und Krieg. So nimmt der Kampf gegen die Kürzungen Fahrt auf: Bildungs-, Kultur- und Sozialstaat als gesellschaftliches Leitprinzip hat Perspektive.
„Wissenschaft wird als solidarische Bemühung von Menschen in methodisch ausgewiesener und zielbewußter Erkenntnisarbeit gegen die Irrationalität der natürlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse unternommen, damit die Erde als der einheitlich gemeinsame Lebensraum einer brüderlichen Menschheit in Frieden bewohnt und mit Vernunft genutzt wird.“
Peter Fischer-Appelt/Johannes Berger, Kreuznacher Hochschulkonzept, Reformziele der Bundesassistentenkonferenz (Schriften der BAK 1), 1968.
Mit diesem Impetus hat 1968 die Studierendenbewegung als Teil der Friedens- und Gewerkschaftsbewegung zentrale Fortschritte für Frieden, soziale Demokratie und Antifaschismus erkämpft; und sie hat auch erwirkt, dass wir heute – gerade zur Überwindung der neoliberalen Zerstörungen der letzten Jahre – in der Studierendenschaft demokratisch verfasst sind. Ein mutmachendes Vermächtnis!
Menschlich ist: Kommiliton:innen als Gleiche zu erkennen und um die emanzipatorische Entwicklung der Persönlichkeiten und der Gesellschaft produktiv zu streiten. Dazu ist auch das Studierendenparlament wieder vielmehr zu kultivieren.
Als SDS* – Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband engagieren wir uns in studentischer und außerparlamentarischer Bewegung für Frieden, sozialen Fortschritt und Antifaschismus (Initiative gegen Rüstungsexporte über den Hamburger Hafen, Kampagne und Kino gegen Austerität, Hamburger Ratschlag für den 8. Mai als Feiertag), in Fachschaften, StuPa, Uni-Gremien (Zivilklausel-Bewegung, BAföG für alle, Ausfinanzierung der Uni), in Gewerkschaften, in der Partei Die Linke, in der Linksjugend [`solid], im bundesweiten Studierendenverband DieLinke.SDS.
Solidarisches Engagement und umfassende demokratische Entfaltung als Lebensinhalt! Gemeinsam aktiv werden: Plenum Freitags 17 Uhr, Von-Melle-Park 9, Raum S27
