Dez 162019
 

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, dies ist eine Mail an alle Studierenden der Universität Hamburg. Alle kandidierenden Listen für den Akademischen Senat haben diese Möglichkeit. Mit dieser Mail rufen wir zur Stimmenabgabe auf für: Liste 1: Bündnis für Aufklärung und Emanzipation! (BAE!) bei der Wahl zum Akademischen Senat. Auf unserer Liste kandidieren Studierende der Hochschulgruppen Liste LINKS, harte zeiten – junge sozialisten und SDS* sowie Fachschaftsaktive und viele andere: Zusammen! Auf unserer Homepage www.bae-hamburg.de findet Ihr unsere Kandidierenden sowie unsere programmatische Erklärung für die Wahl. Dort sind ebenso unsere regelmäßigen Veröffentlichungen und unsere Arbeit im Akademischen Senat dokumentiert, und Ihr findet Ankündigungen der jeweils nächsten AS-Sitzung. Es folgen unser Programm und Hinweise zum Wahlprozedere:

Eine Einheit: Freiheit, Gleichheit, Solidarität

„…wer die Butter hat, wird frech.“ (Kurt Tucholsky) Je größer die soziale Ungleichheit, Konkurrenz bzw. Unsicherheit sind, desto einflussreicher sind Ideologien und Praxis der extremen Rechten. Hier muss etwas substanziell geändert werden. Bildung, Wissenschaft und studentische Politik müssen dafür gesellschaftlich eingreifen: Der immer fragwürdigere Kapitalismus ist eine Überflussgesellschaft, in der zugleich sozialer Mangel für die meisten auf der Tagesordnung ist. Das ist veränderbar. Die Produktivität und das kulturelle Erbe unserer Welt genügen nicht nur, allen Menschen ausreichende Nahrung und Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Bessere und kürzere Arbeit, Nachhaltigkeit in Energieerzeugung und Produktion, Innovationen für eine global gerechte Wirtschaft, kulturelle Entfaltung und internationale Solidarität statt Konkurrenz und Krieg sind möglich. Aber erst solidarische Aktivität macht daraus auch eine neue Wirklichkeit. Solange die Universitäten kulturelle Anpassung und soziale Auslese betreiben – und dies als „exzellent“ gilt, – sind sie Teil des Problems und nicht der Lösung. Das können wir gemeinsam ändern. Dafür kommt es auf studentische Initiative an. Zum Beispiel wirken wir mit der Kampagne „Schuldenbremse streichen“ für eine bedarfsgerechte öffentliche Finanzierung von Bildung, Wissenschaft, Sozialem und Kultur sowie für die Studienreform von Bachelor und Master – als Einheit! Zugleich wenden wir uns damit gegen eine international schädliche Wirtschaftsweise bzw. Ideologie, die Konkurrenz und Egoismus für alternativlos erklärt und Ungleichheit schürt. Menschen sind nicht vor allem berechnende Einzelkämpfer, sondern soziale und kulturelle Wesen. Damit dieses Potential gesellschaftlich voll entfaltet wird, müssen förderliche Bedingungen geschaffen werden. Dies ist an den Hochschulen beispielgebend zu verwirklichen:

● durch eine sozial, kulturell und baulich barrierefreie Bildung;
● durch mehr Zeit für ein gründliches Studium und Ermutigung zu Vertiefung, Diskussion, Kooperation und Kritik;
● durch vernünftige Arbeitsverhältnisse und Bezahlung für alle hier Tätigen;
● durch Wissenschaften, die ihre Freiheit zur Verwirklichung von Frieden, Menschenwürde und Nachhaltigkeit verantwortlich wahrnehmen; ● durch Aufklärung für gut ausgestattete öffentliche Daseinsvorsorge statt Mangelverwaltung;
● durch eine neue Lebendigkeit demokratischer Alltagskultur und aufgeklärter Festlichkeit;
● durch die funktional sinnvolle und kulturell erfreuliche Aneignung der Hochschulgebäude;
● durch gemeinsame demokratische Selbstorganisation.

Was an der Universität erreicht wird, wirkt in die ganze Gesellschaft: Durch Solidarität wird eine bessere Welt! Dafür wirken wir an der Uni als „Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!)“ zusammen: Studierende aus Die LINKE und der SPD, Aktive aus Gewerkschaften, Friedensbewegung, Flüchtlingssolidarität und Antifa, fortschrittlich ambitionierte Einzelpersonen, Fachschaftsräte und Umweltaktivist_innen – aus vielen Ländern und Fächern. Dabei arbeiten wir solidarisch mit den Kommiliton_innen von Campusgrün zusammen. Gegen Rechts ist: links.

Näheres zur Wahl: Der Akademische Senat (AS) ist das höchste Gremium der Universität. Er ist an der Wahl des Uni-Präsidiums beteiligt, diskutiert alle Grundsatzfragen der Uni-Entwicklung und hat Beschlussrechte (z.B. in Bezug auf die Prüfungsordnung, Mittelverteilung, Entwicklung der Uni etc.). Der AS setzt sich aus 10 Professor_innen, 3 Studierenden, 3 wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen und 3 Mitgliedern des Technischen-, Verwaltungs- und Bibliothekspersonals zusammen. Die studentischen Vertreter_innen werden jährlich gewählt, alle anderen in jedem zweiten Jahr. Die Wahl ist eine Briefwahl. Die Wahlunterlagen werden Euch inklusive eines freigemachten Rückumschlags von der Universität zugeschickt. Wer bis Anfang Januar keine oder fehlerhafte Unterlagen erhalten hat, kann sich diese bis zum Vormittag des 20.1.2020 im Wahlamt der Uni aushändigen lassen. Die ausgefüllten Wahlunterlagen müssen bis spätestens 20.1.2020, 14 Uhr beim Wahlamt eingegangen sein. Das Wahlamt befindet sich im Mittelweg 177, Raum S 4058, 20148 Hamburg.

Jun 232019
 

Uni-Jubiläum Szenische LesungIn der vorliegenden Broschüre dokumentieren wir die szenische Lesung zur Gründung der Universität Hamburg, die wir anlässlich des 100-jährigen Jubiläums erarbeitet und am 28. März 2019 öffentlich vorgetragen haben. Am 28. März 2019 jährte sich der Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft zur Gründung der Uni Hamburg zum 100. Mal. Die vorausgegangene und währende Revolution 1918/19 war ein politischer, sozialer und kultureller Aufbruch: Sie sollte nicht nur den Krieg beenden, sondern auch den deutschen Militarismus. Sie sollte sozialen Fortschritt für alle bringen und gleiche demokratische Beteiligung – nicht zuletzt durch Bildung für alle. Deshalb wurde mitten in der Zeit von Hungerrevolten und heftigen politischen Kämpfen in Hamburg durch Beschluss der erstmals nicht nach Klassenwahlrecht neugewählten Bürgerschaft die Universität gegründet. Der Gründungsimpetus war, eine Wissenschaftseinrichtung „von allen für alle“ – eine Reformuniversität – zu schaffen, die im Bruch mit imperialistischen Traditionen für Frieden und Völkerverständigung und das Allgemeinwohl arbeitet.

Ebenso wie die Revolution ist auch diese Ambition für Wissenschaft und Bildung bis heute nicht voll verwirklicht. Die Mitglieder der Universität jedoch engagieren sich immer weiter dafür. Das vorausgegangene, aufbauende und heutige Engagement für Bildung und Wissenschaft für eine menschenfreundliche Entwicklung von Stadt, Land und Welt wollen wir anlässlich des Jubiläums hervorheben, feiern und ausbauen.
Dazu soll diese Broschüre dienen.

Eine Aufnahme der szenischen Lesung kann online angehört werden unter: https://t1p.de/h625
Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Die Broschüre ist hier als PDF zu finden.