Dez 072017
 

(Verband der Studierenden aus Kurdistan/Verband der Studierenden Frauen aus Kurdistan)

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ (Bertolt Brecht).

Gegen die Repression und Kriminalisierung von kurdischen Organisationen

Logo des YXK

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Die intensive Kooperation des deutschen Staates mit der Türkei manifestiert sich in jüngster Zeit vor allem in der Kriminalisierung und Repression von jeglichen kurdischen Organisationen und Symbolen auch in Deutschland. Diese aktive Unterstützung der Bundesrepublik richtet sich gegen alle demokratischen und revolutionären Kräfte der kurdischen Bevölkerung, die sich hierzulande zu organisieren versucht. Die aktuelle Ausweitung der Verbote auf die Flaggen der PYD, YPG und YPJ- denjenigen Kräften, die den sogenannten Islamischen Staat in Syrien bekämpfen, ist ein Ausdruck der erweiterten Unterstützung für Erdoğans faschistisches Regime.

Auch das Verbot des Symbols sowie der Flagge unseres Studierendenverbands (YXK/JXK) durch den Innenminister de Maizière ist ein Resultat der staatlichen Repression und der Unterstützung der türkischen Regierung, die eine Vernichtungs- und Vertreibungspolitik gegenüber den Minderheiten im Osten der Türkei vollzieht. Zudem haben wir vermehrt Probleme, an den Hochschulen Veranstaltungen zu buchen und durchzuführen, die sich auf regierungskritische Inhalte stützen und auf die unterdrückte Situation von KurdInnen aufmerksam machen.

Für eine kritische und friedensorientierte Wissenschaft

Logo des JXK

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Die Verbote dehnen sich auf die wissenschaftlichen Institutionen aus- jene Orte, in denen eine progressive Mentalität ein Hauptfaktor für die grundsätzliche Umwälzung der Gesellschaft darstellt. Die Arbeit an der Hochschule ist essentiell für die Bildung einer kritischen Haltung gegenüber der neoliberalen Hegemonie, der fortschreitenden Zerstörung der Umwelt sowie der patriarchalen Gesellschaftsordnung. Die Wissenschaft kann und sollte ein Ort des Widerstands sein und wesentliche Mechanismen der Unterdrückung aufzeigen und benennen.
“Die Intellektuellen haben die Verantwortung, die Wahrheit zu sagen und Lügen aufzudecken”, schrieb Noam Chomsky Ende der 60er. Sie seien in der Lage, die Lügen der Regierungen zu entlarvenund Handlungen nach ihren Ursachen, Motiven und bisweilen verborgenen Absichten zu analysieren.

Als Verband setzen wir uns für eine gerechtere und solidarische Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter und Toleranz gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten ein. Dabei begreifen wir kritische wissenschaftliche Arbeit als einen wichtigen Teil zur progressiven Friedensbewegung im Nahen Osten und an allen anderen Orten weltweit.

Als YXK/JXK setzen wir uns auf universitärer und wissenschaftlicher Ebene für eine direktdemokratische, geschlechtergerechte und ökologische Entwicklung der Gesellschaft im Nahen und Mittleren Osten und hier ein. Durch die geschilderte Zusammenarbeit der BRD mit der Türkei wird deutlich, dass der Konflikt nicht nur in Kurdistan gelöst und bekämpft werden kann, sondern auch hier vor Ort an den Hochschulen und in allen anderen progressiven Organisationen Widerstand geleistet werden muss.

Als YXK und JXK positionieren und engagieren wir uns gegen die militärische, ökonomische und politische Unterstützung der Bundesregierung für die faschistoide türkische Regierung und sind solidarisch mit antifaschistischen und antikapitalistischen Bündnissen. An der Hochschule geht es um das Verbot von Rüstungs- und die Ausweitung von Friedensforschung (Zivilklausel), ein emanzipatorisches Studium statt Bachelor-Master-Anpassung und demokratische Selbstverwaltung statt Top-Down-Management. Für diese Kämpfe ist eine starke linke Stimme in der studentischen (bspw. AStA) und akademischen Selbstverwaltung (bspw. Akademischer Senat) notwendig! Daher kandidieren wir beim Studierendenparlament zusammen mit dem SDS* (Liste 4) und für Liste Links (Liste 14). Bei den Wahlen zum Akademischen Senat kandidieren wir zusammen mit der Liste 1 (BAE!- Bündis für Aufklärung und Emanzipation).

Flugblatt als PDF hier

Dez 092014
 

UmwälzungenMan muss die Welt so sehen, wie sie ist aber muss man sie so lassen?“ – Freundeskreis: Sternstunde (oder die Revolution der Bärte), 1999.

Das UNO-Flüchtlingskommissariat UNHCR meldete im Sommer 2014, dass Ende des Jahres 2013 weltweit über 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht gewesen seien. Das ist ein neuer Höchststand seit dem Zweiten Weltkrieg. Neue Schätzungen gaben im März 2014 an, dass von über 23.000 Toten an den EU-Außengrenzen seit dem 1. Januar 2000 ausgegangen werden kann. Der Welternährungsbericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen weist daraufhin, dass die Weltbevölkerung heute problemlos doppelt ernährt werden könnte, während ca. 37.000 Menschen täglich verhungern und fast eine Milliarde Menschen permanent unterernährt sind. Das zeigt uns tagtäglich: Auf dieser Welt herrscht Krieg.

Die Bundesrepublik Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Laut Zwischenbericht der Bundesregierung zu Rüstungsexporten im 1. Halbjahr 2014 ist der Anstieg der Einzelgenehmigungen von Rüstungsexporten in Drittländer (Staaten, die weder in EU noch NATO Mitglied sind) mit 63,5 % so hoch wie nie zuvor. Der Hamburger Hafen ist einer der größten Umschlagplätze von Rüstungsexporten, wie kürzlich kleine Anfragen der Linksfraktion an den Senat erneut belegten. Das zeigt uns tagtäglich: Der Krieg geht für das Profitinteresse – auch von Hamburg – aus.
Die Gegnerschaft ist also deutlich, damit verbunden auch die Perspektive der Veränderung. 70 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus ist der Hunger der Menschheit auf weltweiten Frieden immer noch ungestillt. 70 Jahre nach dem Ende des Faschismus sind auch 70 Jahre nach dem Potsdamer Abkommen und nach der Gründung der Vereinten Nationen mit ihrer Menschenrechts-Charta. In diesen systemübergreifenden Vereinbarungen zeigt sich der Wille nach Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Bildung für Alle und kulturelle Teilhabe der Menschen. Nun ist der gesellschaftlich produzierte Reichtum auf einem Höchststand, auf dessen Grundlage der nötige weltweite Frieden also möglich ist. Dafür muss der gesellschaftliche Reichtum auch gesellschaftlich verteilt werden. Durch radikale Umverteilung von oben nach unten (u.a. Vermögens- und Unternehmenssteuer), sowie Konversion u.a. von der Rüstungsproduktion, werden Schritte zum Frieden eingeleitet.
Als Teil der progressiven Friedensbewegung wirken wir Uni-Mitglieder mit dem Streiten für eine Zivilklausel, für Friedenswissenschaft als Leitwissenschaft und für die Ausfinanzierung der Hochschulen auch international dafür. Eine Zivilklausel (auch im Gesetz) ermöglicht den Hochshculen, für die friedliche Entwicklung der Gesellschaft wissenschaftlich tätig zu sein und ist dabei ein Schutz vor dem Zugriff des Rüstungs- und Militärkomplexes auf die Wissenschaft. Friedenswissenschaft statt BWL als Leitwissenschaft setzt auf kooperative Wissenschaftsprozesse, die sich der Lösung von epochal-typischen Schlüsselproblemen annehmen, und überwindet damit die Top-Down-Strukturen der „unternehmerischen Hochschule“. Die Ausfinanzierung der Universität überwindet Drittmittel-Unterwerfung und Konkurrenz um die künstlich verknappten Mittel für die positive Freiheit der Wissenschaft, ihre gesellschaftliche Verantwortung erweitert wahrnehmen zu können. Das schafft Umwälzungen für die friedliche Entwicklung, die mehr ist als die bloße Abwesenheit von Krieg.

Voll Hunger und voll Brot ist diese Erde
Voll Leben und voll Tod ist diese Welt
In Armut und Reichtum grenzenlos
Von Schönheit hell entflammt ist diese Erde
Vom Elend ganz verbrannt ist diese Welt
Doch ihre Zukunft ist herrlich und groß
Freundeskreis: Sternstunde

Flugblatt als PDF hier